Wenn die Wand bröselt, entscheidet der Dübel über den Halt
Bevor der Boden verlegt wird, muss die Dehnungsfuge eingeplant werden. Dazu gehört, dass an allen Wänden, an Türzargen, an Heizungsrohren und an festen Einbauten ein Abstand eingehalten wird. Dieser Abstand wird mit Abstandshaltern aus Kunststoff oder Holz sichergestellt. Werden die Abstandshalter vergessen, liegt der Boden später direkt an der Wand an. Das führt fast immer zu Schäden. Ein häufiger Fehler ist auch, die Fuge nur an zwei gegenüberliegenden Wänden zu lassen. Der Boden arbeitet jedoch in alle Richtungen, deshalb muss die Fuge umlaufend sein.
Die alte Fläche ist selten plan. Unebenheiten von mehr als zwei Millimetern auf zwei Metern Länge müssen mit Ausgleichsmasse korrigiert werden, sonst entstehen Hohlräume unter der neuen Fliese. Auch die Aufbauhöhe spielt eine Rolle: Türen, Türschwellen, Anschlüsse an Badewanne oder Duschtasse und der Übergang zu angrenzenden Räumen müssen die zusätzliche Schicht aufnehmen können. Wo der Platz nicht reicht, muss der alte Belag weichen. Bei Fußbodenheizung ist zusätzlich Vorsicht geboten: Eine zweite Fliesenschicht dämpft die Wärmeabgabe spürbar, und manche Systeme vertragen die zusätzliche Last nicht ohne Weiteres.
Für helle Zementfugen hat sich eine Paste aus Natron und wenig Wasser bewährt. Sie wird mit einer alten Zahnbürste in die Fuge eingearbeitet und darf einige Minuten einwirken. Bei fettigen Rückständen in der Küche hilft zusätzlich ein Tropfen Spülmittel. Kalkhaltige Verfärbungen im Bad lösen sich besser mit einer Mischung aus Wasser und Zitronensäure. Wichtig: Säure nie auf Marmor oder kalkhaltigen Naturstein bringen, dort greift sie die Oberfläche an. Nach jeder Behandlung gründlich mit klarem Wasser nachwischen, sonst bleiben Rückstände zurück, die neuen Schmutz anziehen.
Am Ende entscheidet nicht die Wasserwaage, sondern das Licht. Streiflicht von der Seite zeigt jede Welle, die bei normalem Tageslicht unsichtbar bleibt. Deshalb wird vor dem Streichen oder Tapezieren mit einer Lampe dicht an der Wand geprüft. Kleine Unebenheiten lassen sich mit feiner Spachtelmasse ausbessern. Große Wellen bedeuten, dass eine Lage fehlt. Wer diese Kontrolle überspringt, sieht den Fehler erst nach dem Anstrich – dann ist der Aufwand doppelt so hoch.
Nach dem Trocknen folgt das Schleifen. Je nach Produkt dauert das je nach Schichtdicke unterschiedlich lange; erst wenn die Stelle hell und hart ist, wird geschliffen. Ein Schleifklotz mit mittlerer Körnung, etwa 120er, eignet sich für den ersten Gang. Man arbeitet mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen und kontrolliert zwischendurch mit der flachen Hand, ob noch eine Erhebung zu spüren ist. Anschließend fein nachschleifen und den Staub vollständig entfernen. Wer den Staub nicht abnimmt, streicht ihn später in die Farbe und erhält eine raue Stelle.
Von massiv bis hohl: die passende Verankerung In Vollziegel, Kalksandstein und Beton halten Spreizdübel zuverlässig. Das Bohrloch muss exakt dem Dübelmaß entsprechen, der Durchmesser der Schraube zur Dübelgröße passen. Ein häufiger Fehler: zu tief bohren und den Dübel nicht bis zur Wandoberfläche einsetzen. Der Dübel muss bündig mit der Wand abschließen, sonst spreizt er im hinteren, zu weiten Bereich und verliert den Halt. Bei Beton und hartem Stein zusätzlich einen Hammerbohrer verwenden, sonst wird das Loch zu groß und die Spreizung greift ins Leere.
Beim Spachteln der Plattenstöße und Schraubenköpfe zählt Geduld. Die erste Lage Fugenmasse wird dünn aufgetragen, trocknet, dann folgt eine breitere Lage. Bewährt hat sich das Arbeiten mit einem breiten Spachtel und einem schmalen für die Fugen. Zwischen den Lagen wird leicht angeschliffen, aber nicht bis auf die Platte durchgeschliffen. Wer zu früh schleift oder zu viel Material abträgt, muss neu spachteln. Nach dem Trocknen prüft man mit einer langen Richtlatte, nicht mit der Hand.
Ein Regal hält nur so gut, wie der Dübel im Untergrund sitzt. Wer blind zur Universaldüse greift, riskiert Risse, herausgerissene Schrauben und im schlimmsten Fall eine abgestürzte Last. Entscheidend sind zwei Dinge: das Material der Wand und die Art der Last. Beides lässt sich mit einfachen Mitteln bestimmen, bevor das erste Loch gebohrt wird.
Beim Streichen sollte die reparierte Stelle vorher grundiert werden, besonders wenn die Wand stark saugt oder der Farbton kräftig ist. Sonst zeichnet sich die Spachtelmasse als matter Fleck ab. Farbe nie nur punktuell auftragen, sondern die Fläche um das Loch herum großzügig mitrollen, damit keine Ränder entstehen. Trocknet die erste Schicht, folgt ein zweiter Anstrich. Typische Fehler sind zu dickes Spachteln in einem Gang, Schleifen bei feuchter Masse und das Streichen ohne Grundierung. Wer diese Punkte beachtet, sieht nach dem Trocknen nichts mehr von den alten Dübellöchern.
Spachtelmasse richtig wählen und auftragen Für kleine Löcher bis etwa daumengroß reicht fertige, streichfähige Spachtelmasse aus dem Eimer. Größere Vertiefungen füllt man in zwei Gängen: erst eine Portion hineindrücken, kurz antrocknen lassen, dann eine zweite Schicht bündig zur Wand abziehen. Wichtig ist, dass die Masse nicht überquillt. Ein Spachtel, breiter als das Loch, zieht die Oberfläche glatt und vermeidet einen Rand. Bei tiefen Löchern kann man vorher ein Stück zusammengedrücktes Zeitungspapier oder einen passenden Holzdübel als Füllkörper einsetzen, damit die Masse nicht nachsackt.