Wenn die Trittschalldämmung im Altbau fehlt, hört das ganze Haus mit
Beim Verlegen kommt es auf den Kleber an. Ein flexibler, für den Untergrund geeigneter Fliesenkleber wird mit der Zahnkelle in eine Richtung abgezogen, damit keine Lufteinschlüsse entstehen. Die Fliese wird mit leichtem Druck und einer Drehbewegung eingesetzt, nicht nur aufgelegt. Bei größeren Formaten oder stark strukturierten Fliesen empfiehlt sich zusätzlich das Buttering-Verfahren, bei dem auch die Fliesenrückseite dünn mit Kleber bestrichen wird. So entsteht eine vollflächige Haftung statt punktueller Verbindungen.
Ein häufiger Fehler ist das Tapezieren über eine bereits feuchte oder zu dünn eingekleisterte Bahn an der Ecke. Dann verschiebt sich die Tapete beim Andrücken, und der Schnitt sitzt nicht mehr gerade. Ebenso problematisch: zu viel Kleister an der Ecke. Er quillt heraus, verschmiert die Kante und verhindert, dass die Überlappung sauber haftet. Kleister also sparsam und gleichmäßig auftragen, an Ecken und Fensterkanten eher etwas weniger als auf der freien Fläche.
Die erste Prüfung ist die Klopfprobe. Mit dem Knöchel oder einem Gummihammer leicht gegen die Wand klopfen. Klingt es hohl und dumpf zugleich, sitzt hinter einer dünnen Platte ein Hohlraum – typisch für Ständerwerk mit Gipskarton. Klingt es hell und hart, ist die Wand massiv. Ein dumpfes, kurzes Geräusch ohne Nachhall deutet auf verputztes Mauerwerk oder Beton. Wichtig: Nicht auf eine einzelne Stelle verlassen. Alle 30 bis 40 Zentimeter klopfen, denn Übergänge zwischen Materialien sind häufig.
Bevor die erste Tapete fällt oder die erste Wand aufgestemmt wird, steht die Frage nach der Ausstattung. Viele kaufen zu viel und zu spezielles Gerät, das nach dem Projekt jahrelang ungenutzt in der Ecke liegt. Die Kunst liegt darin, wenige, aber vielseitige Werkzeuge auszuwählen, die fast alle Aufgaben im Innenausbau abdecken. Wer sich auf das Wesentliche konzentriert, arbeitet sicherer, schneller und muss seltener improvisieren.
Im Altbau ist der Bodenaufbau fast nie so, wie er in heutigen Normen beschrieben wird. Meist liegt auf den Deckenbalken eine Schüttung, darüber Blindboden und darauf der sichtbare Dielenboden. Eine Trittschalldämmung im heutigen Sinn fehlt oft komplett. Wer den Boden sanieren will, muss deshalb zuerst prüfen, was tatsächlich vorhanden ist, und nicht davon ausgehen, dass der alte Aufbau die Anforderungen an den Schallschutz erfüllt.
Beim Tapezieren entscheidet nicht die Bahn auf der freien Fläche über das Ergebnis, sondern die Kante an der Ecke und am Fenster. Wer dort zu früh schneidet oder falsch faltet, bekommt später Blasen, ausgefranste Kanten oder sichtbare Stoßkanten mitten im Raum. Die Faustregel lautet: An der Innenecke wird gefaltet, an der Außenecke geschnitten, am Fenster kommt beides zusammen.
Wichtig ist auch der Zustand der Balken und der Schüttung. Eine alte Lehmschüttung kann Feuchtigkeit gespeichert haben und muss möglicherweise raus. Ist die Schüttung locker und trocken, kann sie als Basis dienen. Bei Feuchtigkeit im Balken oder Schimmelspuren hilft keine Trittschalldämmung – dann muss zuerst die Ursache beseitigt werden.
Am Fenster trifft man auf zwei verschiedene Situationen. Die Laibung, also die seitliche Wandfläche in der Fensternische, wird meist mit einem schmalen Streifen belegt, der über die Kante bis zum Fensterrahmen geführt wird. Dort wird nicht geschnitten, sondern die Bahn in die Ecke gefaltet und erst hinterher bündig mit dem Rahmen abgeschnitten. Der Grund: Ein Schnitt direkt in der Ecke lässt keinen Spielraum, falls die Bahn beim Trocknen minimal schrumpft. Der Falz im Übergang zur Fensterbank oder zum Rahmen wird mit einem Kunststoffspachtel festgedrückt, dann mit dem Messer an der Rahmenkante entlanggeführt.
Außenecken und Fensterlaibungen brauchen einen sauberen Schnitt Außenecken werden nicht gefaltet, sondern geschnitten. Die Bahn läuft um die Kante herum, wird mit einem Spachtel fest angedrückt und dann mit dem Messer an der Kante entlang durchtrennt. Ein Falten würde hier eine dicke Wulst hinterlassen, die sich nicht mehr glatt anlegen lässt. Wichtig ist ein frisches, scharfes Messer: Mit einer stumpfen Klinge reißen die Fasern der Tapete aus, und die Kante franst sichtbar aus. Nach dem Schnitt die Kante mit einer Nahtrolle nachdrücken.
Für den Schnitt an Fenstern und Außenecken gilt: immer erst andrücken, dann schneiden, nie umgekehrt. Die Bahn muss vollständig trocken anliegen, bevor das Messer angesetzt wird. Bei strukturierten Tapeten darauf achten, dass die Messerführung der Musterrichtung folgt, sonst entsteht ein sichtbarer Versatz. Nach dem Schnitt die Kanten mit einem feuchten Schwamm abwischen, damit kein Kleister auf dem Rahmen antrocknet.
Wer Innenecken faltet und Außenecken schneidet, dazu an Fenstern mit Überlappung arbeitet, vermeidet die typischen Fehler. Entscheidend sind ein scharfes Messer, ein fester Andruck und der richtige Moment für den Schnitt – nicht zu früh, nicht zu spät.