Wenn der Kirschlorbeer wächst: warum die Handschere die bessere Wahl ist
Nach dem Einsatz werden Schnittgut und Säftereste entfernt, danach trocken abwischen und geölt einlagern. In der Saison reicht ein Kontrollblick alle paar Wochen, um rechtzeitig nachzuschärfen. Eine richtig eingestellte und geschärfte Schere schneidet Äste bis zum angegebenen Durchmesser glatt durch, statt sie zu quetschen — und das ist der eigentliche Maßstab für gutes Werkzeug.
Typische Fehler wiederholen sich: Der letzte Schnitt wird im Stehen auf der obersten Sprosse ausgeführt, obwohl dort kein Haltegriff mehr existiert. Es wird seitwärts gesägt, während der Blick nach unten zum Schnitt geht. Die Säge wird nach dem Schnitt nicht abgelegt, sondern hängen gelassen, während der Körper sich neu positioniert. Und nicht zuletzt: Die Leiter wird während des Sägens nicht bewegt, obwohl genau das die richtige Lösung wäre. Wer diese vier Punkte vermeidet, reduziert das Risiko erheblich – nicht durch Geschicklichkeit, sondern durch Positionierung.
Wer eine ganze Hecke in Form bringen will, arbeitet am besten von unten nach oben und von innen nach außen. Zuerst werden alle kranken, abgestorbenen oder zu dicht stehenden Triebe entfernt. Danach folgt der Formschnitt. Die Handschere braucht mehr Zeit als eine Maschine, aber sie erlaubt präzises Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen und an jungen Trieben, die leicht abknicken. Bei starkem Zuwachs empfiehlt es sich, in zwei Durchgängen zu schneiden: erst grob, dann fein nachkorrigieren. Zwischen den Schnitten die Klinge mit einem Tuch abwischen, damit kein Pflanzensaft eintrocknet und die Schere stumpf wird.
Ein Messer oder eine elektrische Schere mit gegenläufigen Klingen quetscht die Triebe. Die Schnittstelle wird nicht glatt durchtrennt, sondern zerfasert. An diesen Stellen dringt Feuchtigkeit ein, Pilze und Bakterien finden ideale Bedingungen. Das Ergebnis sind braune Blattränder, absterbende Zweige und ein ungleichmäßiger Wuchs. Die Handschere mit ihrer Bypass-Klinge schneidet dagegen wie eine scharfe Schere: sauber, gerade und ohne Quetschung. Die Pflanze kann die Wunde besser verschließen und treibt gesünder aus.
Schärfen mit Feile oder Schleifstein Zum Schärfen eignet sich eine Diamantfeile oder ein feiner Wasserstein. Entscheidend ist die Fase: Nur die abgeschrägte Seite der Schneidklinge wird bearbeitet, die flache Rückseite bleibt unangetastet. Die Feile flach im Winkel der bestehenden Fase ansetzen und mit gleichmäßigem Druck von der Klingenwurzel zur Spitze ziehen, nicht hin und her sägen. Fünf bis zehn Züge pro Seite reichen meist. Zu viel Materialabtrag macht die Klinge dünn und instabil.
Wenn im zeitigen Frühjahr aus Schnittwunden am Rebstock klare Flüssigkeit austritt, spricht man vom Bluten der Rebe. Der Austritt beginnt meist, sobald der Boden sich auf etwa acht bis zehn Grad erwärmt hat und die Wurzeln wieder aktiv Wasser aufnehmen. Da die Leitungsbahnen im Holz durch den Winterschnitt geöffnet sind, sucht sich das Wasser einen Weg nach außen. Tropfen fallen dann von den Schnittstellen, manchmal über Tage, manchmal über Wochen.
Wann das Bluten unbedenklich ist Harmlos bleibt der Austritt, solange er klar bis leicht trüb ist, geruchlos bleibt und die Schnittflächen sauber aussehen. Ein weiteres sicheres Zeichen: Das Bluten beginnt an mehreren Reben gleichzeitig und endet innerhalb weniger Wochen. Wer nach dem Rebschnitt auf günstige Witterung geachtet hat, also bei trockenem, mildem Wetter geschnitten hat, reduziert das Risiko zusätzlich. Ein leichter Austritt an dicken Schnittflächen ist sogar ein Hinweis auf einen vitalen Wurzelapparat.
Eine Gartenschere, die nicht mehr sauber schneidet, hinterlässt an Trieben und Zweigen gequetschte, ausgefranste Wunden. Solche Stellen trocknen langsamer ab, bieten Pilzen und Bakterien eine Eintrittspforte und treiben oft unschön wieder aus. Wer regelmäßig nachschärft und die Schere richtig einstellt, spart sich diesen Ärger und schont zugleich die Pflanzen. Der Aufwand ist gering: Eine halbe Stunde pro Saison genügt bei normaler Nutzung.
Vor dem Schärfen wird die Schere zerlegt. Bei den meisten Modellen lässt sich die Klinge mit einem Schraubenschlüssel oder Inbusschlüssel lösen. Merken oder fotografieren, in welcher Reihenfolge Scheibe, Feder und Mutter sitzen, sonst wird der Zusammenbau zum Ratespiel. Anschließend werden beide Klingen und die Gegenklinge mit einer Drahtbürste von Harz, Pflanzensaft und Rost befreit. Ein Bad in Spiritus löst hartnäckige Rückstände, danach gründlich abtrocknen.
Für den Rückschnitt eignet sich eine scharfe, saubere Gartenschere. Zunächst werden alle abgestorbenen, kranken oder sich kreuzenden Äste entfernt. Anschließend kürzt man die verblühten Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte ein. Ein kräftiger Rückschnitt bis auf wenige Augen ist möglich, wenn der Strauch zu groß geworden ist oder von unten kahl wird. Wichtig: Schneiden Sie immer knapp über einem nach außen zeigenden Auge, damit die neuen Triebe nach außen wachsen und der Strauch sich nicht verdichtet. Ein zu radikaler Schnitt ins alte Holz kann die Blühfreudigkeit für ein bis zwei Jahre mindern, ist aber manchmal nötig, um einen völlig überalterten Strauch zu verjüngen.