Welches Fenster Braucht Welche Pflanze Wirklich?
Bevor man loslegt, sollte man den Befall genau prüfen. Schildläuse sitzen als braune, graue oder schwarze flache Punkte am Stamm, oft in Ritzen, an Astgabeln und unter alten Rindenplatten. Ein einfacher Test: Mit dem Fingernagel vorsichtig über einen Verdachtspunkt kratzen. Lässt er sich als ganzer, leicht elastischer Körper abheben, ist es eine Schildlaus. Bleibt nur eine feuchte Spur, war es eine Schuppe oder Kork. Auch auf Ameisen achten, denn sie „melken" die Läuse und verteilen sie weiter.
Zimmerpflanzen wachsen in Töpfen mit begrenztem Substratvolumen. Anders als Pflanzen im Garten können sie ihre Wurzeln nicht ausbreiten, um neue Nährstoffquellen zu erschließen. Deshalb müssen Mineralstoffe, die beim Gießen ausgewaschen werden, regelmäßig ersetzt werden. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie oft und in welcher Menge gedüngt wird. Wer zu selten düngt, bekommt blasse, klein bleibende Blätter und kaum Zuwachs. Wer zu viel düngt, riskiert verbrannte Wurzeln und Salzablagerungen. Beide Fehler sehen an der Oberfläche ähnlich aus: Die Pflanze wirkt krank, obwohl die Ursache unterschiedlich ist.
Ein häufiger Fehler ist das Gießen in kleinen Schlucken. Dabei wird nur die oberste Schicht befeuchtet, während die tieferen Wurzeln trocken bleiben. Besser ist es, seltener, aber durchdringend zu gießen, bis das Wasser unten aus dem Topf austritt. Nach zehn bis fünfzehn Minuten die Unterschale leeren, damit keine Staunässe entsteht. Im Garten gießt man morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen und Pilzkrankheiten vermieden werden.
Am Südfenster fühlen sich Pflanzen mit hohem Lichtbedarf wohl: Sukkulenten, Kakteen, Olivenbäumchen, Citrus oder Bougainvillea. Sie brauchen die pralle Mittagssonne, vertragen aber keine Staunässe. Typischer Fehler: Man gießt am Südfenster zu viel, weil die Erde oben trocken aussieht, während sie in der Tiefe noch feucht ist. Besser mit dem Finger fünf Zentimeter tief prüfen. Im Hochsommer kann es hinter Glas über 40 Grad warm werden; dann hilft ein Vorhang aus hellem Stoff, der das Licht streut, ohne es zu schlucken.
Selbstklimmer wie Efeu oder Kletterhortensie bilden Haftwurzeln und brauchen keine feste Bindung. Sie haften an rauen Flächen, Mauerwerk, Holz oder Gabionen. Glatte Metall- und Kunststoffflächen sind ungeeignet, weil die Haftwurzeln keinen Halt finden. Wer eine Fassade begrünen will, muss den Untergrund vorher prüfen: Risse, loses Putzmaterial und Feuchtigkeit schaden der Pflanze und der Wand. Ein Drahtgeflecht mit etwas Abstand zur Wand löst das Problem, sofern es stabil verankert ist.
Woran erkennt man Überdüngung? Überdüngung zeigt sich oft zuerst an den Blatträndern. Sie werden braun, trocken und kräuseln sich, obwohl die Erde feucht ist. Bei manchen Pflanzen vergilben die unteren Blätter, während der Neuaustrieb dunkel und gestaucht bleibt. Ein weiteres Signal ist eine weiße oder gelbliche Kruste auf der Substratoberfläche oder am Topfrand – das sind auskristallisierte Salze. Wenn die Pflanze trotz feuchter Erde welkt, kann das ebenfalls auf zu hohe Salzkonzentration hindeuten, weil die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können.
Typische Fehler wiederholen sich: Stützen werden zu spät gesetzt, zu dünn gewählt oder zu nah an der Wand befestigt. Befestigungen mit dünnem Draht schneiden in junge Triebe ein, wenn sie nicht nachgegeben werden. Klettbänder oder breite Bindematerialien verteilen den Druck besser. Vor dem Kauf lohnt die Prüfung, wie die Pflanze klettert, wie schwer sie wird und wie viel Windlast auf die Fläche wirkt. Wer diese drei Punkte vor der Pflanzung klärt, spart später Arbeit und ersetzt keine Stütze mitten in der Wachstumsphase.
Gedüngt wird sparsam. Von März bis September genügt alle vier Wochen ein flüssiger Zimmerpflanzendünger in halber Konzentration. Wer zu viel düngt, riskiert braune Blattränder und eine übermäßige Bildung von Ablegern, die der Pflanze Kraft rauben. Umtopfen ist alle zwei bis drei Jahre sinnvoll, am besten im Frühjahr. Der neue Topf sollte nur wenig größer sein – zu viel Erde um die Wurzeln speichert Feuchtigkeit und begünstigt Wurzelfäule.
Windern, Rankern und Spreizklimmern die passende Stütze geben Schlingpflanzen wie Winden, Geißblatt oder Blauregen winden sich aktiv um ihre Stütze. Sie brauchen senkrechte, dünne und griffige Elemente — Rundstäbe, Seile oder Stäbe mit rauer Oberfläche. Waagerechte Querstreben helfen nicht, weil die Triebe dort keinen Halt finden. Zu dicke Pfosten werden umwachsen, aber nicht umschlungen; die Triebe rutschen ab. Bei starkwüchsigen Arten muss die Stütze von Anfang an stabil sein, sonst drückt das Gewicht sie im Sommer zur Seite.
Spreizklimmer wie Kletterrosen oder Brombeeren stützen sich mit Dornen und Blattstielen ab und brauchen waagerechte oder schräge Elemente. Ein senkrechtes Spalier reicht nicht aus, weil die Triebe nach unten rutschen. Bewährt haben sich Rahmen mit Querstreben, an denen die Triebe angebunden werden. Der Schnitt erfolgt je nach Art im Winter oder nach der Blüte, immer oberhalb eines kräftigen Auges. Wer zu spät schneidet, entfernt Knospen und verliert die Blüte.