Warum werden Blätter gelb und was steckt dahinter?

Z Mazovia

Beim Gießen entscheidet nicht die Menge, sondern der Zeitpunkt. Gießen Sie erst, wenn die oberste Schicht angetrocknet ist, und dann durchdringend, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Nach zehn bis fünfzehn Minuten gießen Sie den Untersetzer aus – stehendes Wasser ist der häufigste Fehler. Kleine Töpfe prüfen Sie alle zwei bis drei Tage, große alle ein bis zwei Wochen. Im Winter brauchen die meisten Zimmerpflanzen deutlich weniger Wasser, weil Licht und Wachstum zurückgehen.

Wer den Befall dauerhaft eindämmen will, kontrolliert den Stamm alle zwei Wochen, besonders im Frühjahr und im Spätsommer. Bei starkem Druck lohnt sich zusätzlich der Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern oder Schlupfwespen, die die verbleibenden Tiere ausräumen. Ein scharfer Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch löst lockere Schilder ab, ersetzt aber nicht das Abkratzen. Nach der Behandlung wird der Stamm mit einer dünnen Schicht Kalk oder Tonerde bestrichen, damit sich neue Läuse schlechter festsetzen können.

Nützlinge sind eine Alternative, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Die Larven der Schwebfliege oder der Australische Marienkäfer fressen Wollläuse, benötigen jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 20 Grad. In trockener Heizungsluft sterben sie schnell ab. Wer Nützlinge einsetzt, muss auf den Einsatz von Ölsprays verzichten, da diese auch die Nützlinge treffen. Ein häufiger Fehler ist der gleichzeitige Einsatz von chemischen und biologischen Mitteln. Die Kombination hebt die Wirkung auf und kostet unnötig Geld.

Überwässerung und Trockenstress sehen sich auf den ersten Blick verblüffend ähnlich: hängende Blätter, welke Triebe, braune Spitzen. Der entscheidende Unterschied liegt im Detail, und wer ihn einmal sicher liest, rettet viele Pflanzen. Zuerst die Handprobe: Stecken Sie den Finger zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat. Fühlt es sich dort klamm und kühl an, ist Feuchtigkeit vorhanden – dann spricht die welkende Pflanze eher für zu viel Wasser. Krümelt die Erde trocken ab, ist Unterversorgung wahrscheinlicher.

Die Vermehrung über Kindel ist denkbar einfach. Die kleinen Ableger, die an langen Trieben hängen, lassen sich abschneiden, sobald sie eigene Wurzeln oder zumindest kleine Wurzelansätze haben. Man setzt sie in feuchte Anzuchterde oder stellt sie für ein paar Tage in ein Glas Wasser, bis sich kräftige Wurzeln gebildet haben. Ein häufiger Fehler ist, die Kindel zu früh von der Mutterpflanze zu trennen – dann vertrocknen sie, bevor sie anwachsen.

Nach der Bekämpfung folgt die Kontrolle. Über vier bis sechs Wochen werden die Blattachseln alle fünf Tage mit einer Lupe geprüft. Bleiben die Stellen sauber und klebt kein Honigtau mehr, ist der Befall eingedämmt. Tritt er erneut auf, liegt es meist an einer übersehenen Population in der Erde oder an benachbarten Pflanzen. Töpfe, Untersetzer und Fensterbänke werden mit heißem Wasser und Seife gereinigt. Ameisenstraßen in der Nähe der Pflanze sind ein Warnsignal, denn sie transportieren Larven gezielt. Wer diese Zusammenhänge ignoriert, bekämpft Wollläuse dauerhaft erfolglos.

Bei starkem Befall reicht mechanisches Vorgehen nicht aus. Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kali- oder Paraffinöl, die im Fachhandel als Konzentrat oder Spray erhältlich sind, wirken physikalisch: Sie verkleben die Atemöffnungen der Läuse. Entscheidend ist, die Unterseiten der Blätter, die Blattachseln und den oberen Substratbereich zu benetzen. Ein häufiger Fehler ist, nur die Blattoberseiten zu besprühen. Ein weiterer Fehler ist die Anwendung in praller Mittagssonne, weil Ölsprays in Kombination mit Hitze Blattschäden verursachen können. Abends oder morgens sprühen, bei Temperaturen unter 25 Grad, und die Pflanze nicht direkt danach in die Sonne stellen.

Prüfe auch die Luft. Zugluft von Fenstern, Türen oder Klimaanlagen kühlt die Blätter aus und trocknet sie aus. Besonders im Winter, wenn die Heizung läuft und die Luftfeuchtigkeit sinkt, reagieren viele Pflanzen mit gelben Rändern und abfallenden Blättern. Stelle die Pflanze weg von direkter Zugluft, aber nicht in die pralle Mittagssonne. Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten; Werte zwischen 40 und 60 Prozent sind für die meisten Zimmerpflanzen brauchbar. Besprühe Blätter nur, wenn die Pflanze es verträgt, denn Staunässe in Blattachseln fördert Pilze.

Erste Maßnahme: Pflanze isolieren, nicht besprühen Bevor irgendein Mittel zum Einsatz kommt, wird die befallene Pflanze von allen anderen getrennt. Wollläuse verbreiten sich über Luftbewegung, über Berührung und über Ameisen. Ein Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Pflanzen reduziert das Risiko einer Übertragung. Fensterbänke und Regale mit dichter Bepflanzung sind problematisch, weil Larven leicht von einem Topf zum nächsten wandern. Nach dem Umtopfen oder nach dem Kauf neuer Pflanzen lohnt sich eine Kontrolle der Blattachseln über zwei bis drei Wochen, da Larven zunächst unauffällig bleiben.