Warum verrutscht das Motiv beim Aufnähen mit Zickzack?

Z Mazovia

Die Wahl des Zickzacks entscheidet über das Ergebnis. Ein enger Zickzack mit einer Stichbreite von etwa 1,5 bis 2 Millimetern und einer Stichlänge von 0,3 bis 0,5 Millimetern ist ideal. Die Stiche liegen so dicht, dass sie eine geschlossene Kante bilden, ohne den Stoff zu durchlöchern. Wer zu breit einstellt, bekommt eine grobe Zackenkante, die das Motiv optisch zerreißt. Wer zu lang einstellt, sieht einzelne Fäden statt einer sauberen Umrandung. Wichtig ist außerdem, dass der Zickzack genau auf der Kante des Motivs liegt: Die eine Hälfte des Stichs greift in das Motiv, die andere in den Untergrund. So wird die Kante versiegelt und franst nicht aus.

Zum Schluss den frisch angenähten Knopf testen, indem man ihn mehrmals schließt und öffnet. Sitzt er fest, ohne dass sich der Faden lockert, war die Wicklung richtig. Bei Wollstoffen oder Strickwaren empfiehlt es sich, auf der Rückseite ein kleines Stück Einlage oder einen zweiten kleinen Knopf als Gegendruck zu platzieren, damit der Stoff nicht durchlöchert. Diese zusätzliche Sicherung kostet kaum Zeit und verhindert, dass der Knopf nach einigen Wochen wieder wackelt.

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der Nahtzugabe an der Überlappung selbst. Wer die Stoffbreite nur nach dem Kissen berechnet und dann säumt, verliert schnell zwei Zentimeter pro Seite und damit die nötige Spannung. Ebenfalls unterschätzt: der Stofflauf. Bei gemusterten Stoffen oder Streifen muss die Überlappung in Richtung des Musters verlaufen, sonst wirkt die Rückseite schief. Vor dem Zuschnitt lohnt es sich, den Stoff einmal zu bügeln und auf dem Tisch auszulegen, damit nichts verrutscht.

Ein häufiger Fehler ist der Griff zu Weichspüler. Der überzieht die Faser mit einem Film, der zunächst weich wirkt, aber die Struktur verklebt. Nach einigen Wäschen bricht dieser Film auf und nimmt Fasern mit. Besser ist eine milde Seife oder ein flüssiges Feinwaschmittel ohne Enzyme und ohne Bleiche. Auch zu viel Waschmittel schadet, weil Rückstände die Faser steif machen und beim anschließenden Reiben Fusseln lösen.

Die schonendste Variante ist das kalte Einweichen mit anschließendem Spülen. Leinen über Nacht in kaltem Wasser einweichen, maximal handwarm auswaschen und niemals rubbeln oder wringen. Beim Spülen einen Schuss Essig zugeben, etwa 30 Milliliter auf fünf Liter Wasser. Die Säure glättet die Faseroberfläche und neutralisiert alkalische Waschmittelreste, die Leinen spröde machen. Danach nur sanft ausdrücken und liegend trocknen.

Nach dem Nähen wird das Motiv gebügelt, nicht gedrückt. Ein feuchtes Tuch über der Naht und ein kurzes Aufsetzen des Bügeleisens glätten die Stiche und lassen den Zickzack flach in den Stoff einsinken. Wer zu lange bügelt, verschmilzt das Fixiervlies und die Naht wird hart. Bei Filz oder Wolle reicht Dampf aus kurzer Distanz. Zum Schluss die Kanten des Motivs noch einmal auf lose Fäden prüfen und gegebenenfalls mit einer feinen Schere nachschneiden. Ein sauber umrandetes Motiv erkennt man daran, dass die Kante geschlossen ist, keine Stofffasern herausstehen und die Naht dem Verlauf des Motivs exakt folgt.

Ein Motiv mit engem Zickzack zu umranden, scheitert selten an der Nähmaschine, sondern an der Vorbereitung. Wer die Applikation nur mit Stecknadeln fixiert und dann losnäht, schiebt den Stoff vor der Nadel her, das Motiv verzieht sich, und die Kanten wellen sich. Der erste Schritt ist deshalb immer das Fixieren. Dünne Stoffe vertragen Vliesofix oder ein ähnliches Bügelvlies, das die Rückseite des Motivs stabil macht und gleichzeitig verhindert, dass die Kanten ausfransen. Bei dicken Materialien wie Filz oder Leder reicht ein dünner Streifen Klebeband auf der Rückseite, der später wieder abgezogen wird. Ohne diese Fixierung kämpft man beim Nähen gegen die eigene Hand, nicht gegen die Nadel.

Die erste Stichprobe gehört auf ein Reststück des gleichen Stoffes, nicht auf das Nähprojekt. Zwei Lagen Stoff, dieselbe Nadelstärke, dieselbe Fadensorte. Nähe eine kurze gerade Naht mit mittlerer Geschwindigkeit und sieh dir beide Seiten an. Oben und unten müssen die Fäden sich in der Stoffmitte treffen. Liegt der Oberfaden als Schlaufe unten, ist die Oberfadenspannung zu locker. Liegt der Unterfaden als Schlaufe oben, ist sie zu stramm. Erst wenn das Stichbild auf beiden Seiten sauber ist, beginnt die eigentliche Arbeit.

Wenn nach dem Dekatieren doch Fusseln auftreten, liegt es meist an einer zu rauen Unterlage oder an einem verschmutzten Bügeleisen. Die Sohle regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen, solange sie handwarm ist. Kalk- oder Stärkerückstände wirken wie Schmirgelpapier. Für hartnäckige Fälle hilft ein kurzes Bad in lauwarmem Wasser mit einem Teelöffel Zitronensäure auf zwei Liter. Danach gründlich spülen und ohne Schleudern trocknen. So bleibt Leinen glatt und fusselarm, ohne dass die Faser beschädigt wird.

Beim Waschen zeigt sich der Vorteil: Der Hotelverschluss hat keine mechanischen Teile, die brechen oder einlaufen können. Allerdings sollte die Hülle vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden, damit der Stoff einläuft, bevor das Kissen hineinkommt. Ein typischer Fehler ist, das Kissen zu groß zu wählen. Die Hülle muss straff sitzen, sonst verrutscht der Verschluss. Wer zwischen zwei Kissenmaßen schwankt, nimmt lieber das kleinere und rechnet mit etwas Schrumpfung. Für Kissen, die häufig gewechselt werden, ist eine Überlappung von fünfzehn Zentimetern die robustere Wahl.