Warum läuft Gießwasser nur am Rand ab und was hilft dagegen?
Andere Hausmittel sind ähnlich zwiespältig. Eierschalen liefern Calcium, aber erst nach Monaten, wenn sie zersetzt sind. Bananenschalen enthalten Kalium, ziehen aber Fruchtfliegen an und verrotten oberflächlich. Kaffeesatz mit Eierschalen gemischt ist kein Allheilmittel. Wer düngen will, sollte lieber auf reifen Kompost setzen. Er ist ausgewogen, humusreich und für fast alle Pflanzen verträglich. Hausmittel ersetzen keinen vollwertigen Dünger, sie ergänzen ihn höchstens.
Typische Fehler sind häufiges Gießen aus Fürsorge, das Untersetzen in einen Übertopf ohne Abfluss und das Besprühen der Blätter. Der Bogenhanf braucht keine hohe Luftfeuchtigkeit; Wasser in den Blattachseln führt zu Fäulnis. Braune Blattspitzen deuten meist auf zu trockene Luft oder unregelmäßiges Gießen hin, gelbe, matschige Blätter dagegen fast immer auf Staunässe. Sind die Wurzeln bereits verfault, hilft nur noch das Herausnehmen, Abtrennen der weichen Stellen und Neupflanzen in frisches, trockenes Substrat. Danach zwei Wochen nicht gießen.
Der Standort sollte hell sein, direkte Mittagssonne im Sommer aber vermeiden. Ein Platz ein bis zwei Meter vom Südfenster entfernt passt gut. Auch ein Nordfenster funktioniert, dann wächst die Pflanze langsamer. Temperaturen zwischen 18 und 27 Grad sind ideal, unter 10 Grad stellt sie das Wachstum ein. Zugluft und Heizkörper in unmittelbarer Nähe verträgt sie schlecht. Gedüngt wird sparsam: einmal im Monat während der Wachstumsphase mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration reicht völlig. Wer zu viel düngt, bekommt weiche, überlange Blätter, die leicht umknicken.
Schildläuse sitzen fest am Stamm, oft unter einer harten Schutzschicht, und lassen sich mit Spritzmitteln kaum erreichen. Genau deshalb ist mechanisches Entfernen die zuverlässigste Methode: Was man abkratzt, sitzt nicht mehr und kann keine Honigtau-Ausscheidungen mehr produzieren. Wichtig ist, mit dem richtigen Werkzeug und zum richtigen Zeitpunkt zu arbeiten, sonst verletzt man die Rinde und öffnet Pilzen und Bakterien die Tür.
So lockert man verdichtete Erde ohne sie zu zerstören Bei flacher Verdichtung reicht eine Handgabel oder ein Kultivator. Man sticht nicht senkrecht ein, sondern hebt die obersten fünf bis acht Zentimeter leicht an und dreht sie nicht um. Grobe Klumpen bleiben liegen, feine Erde wird nicht gesiebt. Anschließend die Oberfläche mit einer Harke nur grob einebnen. Wer zu tief gräbt, mischt nährstoffarmen Unterboden nach oben und stört das Bodenleben. Besser ist es, in zwei Durchgängen zu arbeiten: erst grob lockern, dann nach einigen Tagen noch einmal flach nachziehen.
Warum die falsche Erde mehr Schaden anrichtet als zu wenig Wasser Normale Blumenerde speichert Wasser zu lange. Für den Bogenhanf ist eine Mischung aus zwei Teilen mineralischem Substrat und einem Teil Kompost sinnvoll. Perlit, Bims oder grober Sand lockern das Ganze auf, sodass die Feuchtigkeit schnell abzieht. Ein Topf mit einem Abzugsloch ist Pflicht. Ohne Loch sammelt sich das Wasser am Boden, auch wenn oben alles trocken aussieht. Umtopfen ist nur nötig, wenn die Wurzeln den Topf sprengen oder die Erde völlig verdichtet ist. Ein zu großer Topf schadet mehr als ein zu enger, weil die überschüssige Erde lange feucht bleibt.
Ein einfacher Test: Mit einem schmalen Holzstab oder Schraubendreher vorsichtig in die Erde stechen. Geht er nur wenige Zentimeter tief hinein, sitzt die Verdichtung flach. Geht er leicht bis zum Grund, liegt das Problem tiefer. Auch der Fingerzeig hilft: Drückt man auf die Oberfläche und sie gibt kaum nach, ist die Kruste hart. Typischer Fehler ist, jetzt mit dem Schlauch nachzuhelfen. Der Druck spült die feinen Partikel noch tiefer in die Poren und verschlimmert die Lage.
Der Bogenhanf, botanisch Sansevieria und inzwischen auch Dracaena genannt, stammt aus trockenen Regionen Afrikas und Südasiens. Dort wächst er an Standorten, an denen wochenlang kein Regen fällt. Genau diese Herkunft erklärt, warum die Pflanze Pflegefehler verzeiht, die andere Zimmerpflanzen sofort mit gelben Blättern quittieren. Wer viel unterwegs ist oder schlicht vergisst, regelmäßig zu gießen, findet in ihr einen zuverlässigen Mitbewohner.
Vermehren lässt sich der Bogenhanf einfach über Blattstecklinge oder Teilung. Bei der Teilung trennst du den Wurzelstock mit einem sauberen Messer und setzt die Stücke einzeln ein. Blattstecklinge schneidest du in etwa zehn Zentimeter lange Abschnitte, lässt sie einen Tag antrocknen und steckst sie in leicht feuchtes Substrat. Die Vermehrung dauert Wochen, aber sie funktioniert ohne besondere Ausrüstung. Wer diese Grundregeln beachtet, hat eine Pflanze, die jahrelang hält und auch längere Abwesenheit problemlos übersteht.
Zuerst der Schnitt. Bei Phalaenopsis gibt es zwei Wege. Der erste: den Blütentrieb bis etwa zwei Zentimeter über dem zweiten oder dritten Auge zurückschneiden. Aus diesen schlafenden Knospen treibt die Pflanze häufig erneut aus, manchmal schon nach wenigen Wochen. Der zweite Weg: den Trieb komplett am Ansatz entfernen, direkt über dem Blattgrund. Das kostet mehr Kraft, führt aber zu kräftigeren, größeren Blüten und verhindert, dass die Pflanze in einen dauerhaften Erschöpfungszustand gerät. Wer unsicher ist, wählt den kompletten Rückschnitt — er ist die sicherere Variante auf Dauer.