Spreewald-Paddeln im Winter, das viele unterschätzen
Schließlich sollten Sie die Schonzeiten nicht als lästige Einschränkung betrachten, sondern als Chance. In den Schonmonaten stehen die Raubfische oft in den wärmeren Nebengewässern, und das Angeln auf Friedfische wie Plötze oder Blei bleibt meist erlaubt. Wenn Sie dann mit einer feinen Pose und Maden oder Mais arbeiten, können Sie auch ohne Hecht und Zander einen erfolgreichen Tag haben. Wer die Regeln respektiert, sichert sich langfristig gute Angelplätze, denn die Vereine kontrollieren die Einhaltung streng und verteilen bei Verstößen Hausverbote.
Wer den Spreewald nachhaltig erkunden möchte, sollte das Rad statt des Autos nutzen. Die gut ausgeschilderten Wege führen durch Kanäle, Wälder und Wiesen, aber nicht jede Route ist gleich gut geeignet. Diese drei Tagesrouten zeigen, wie man die Region entspannt erlebt, ohne Spuren zu hinterlassen.
Bei allen Routen sollten Sie auf die Tierwelt Rücksicht nehmen: Hunde gehören an die Leine, umweltfreundliche Wandgestaltung und Brutgebiete sind tabu. Die Wege sind oft schmal, also fahren Sie langsam und geben Sie Fußgängern Vorrang. Ein Handy mit Karten-App ist hilfreich, aber ersetzen Sie es nicht durch eine physische Karte – das spart Akku und ist unabhängiger vom Netz. Wer die Touren nach Regen fährt, muss mit matschigen Stellen rechnen. Dann ist eine Regenjacke wichtiger als ein zweites Paar Socken. Radeln Sie defensiv, genießen Sie die Stille und lassen Sie sich Zeit. Der Spreewald belohnt geduldige Radler mit unvergesslichen Blicken auf das Wasser.
Die dritte und anspruchsvollste Route ist die Umrundung des Unterspreewalds von Lübben aus. Sie misst etwa 50 Kilometer und verlangt eine gute Grundkondition. Der Weg führt über sandige Abschnitte, daher sind breite Reifen oder ein Trekkingrad von Vorteil. Wer mit einem Rennrad kommt, wird sich auf den Schotterpassagen schwer tun – ein typischer Anfängerfehler. Planen Sie genügend Wasser ein, denn die Möglichkeiten zum Auffüllen sind auf dieser Strecke begrenzt. Auch hier gilt: Müll unbedingt mitnehmen. Die Natur ist der Grund für die Tour – und sollte es auch nach der Tour bleiben.
Wenn du doch kenterst, gilt: Nicht schwimmen, sondern sofort ans Ufer. Das kalte Wasser raubt dir in Minuten die Kraft. Übe im Sommer den Ausstieg aus dem Kanu, damit du im Ernstfall geübt handelst. Meide Gewässer mit Strömung, wenn die Temperatur unter zehn Grad liegt. Ein weiterer oft übersehener Fehler ist die Kommunikation: Teile deine Route einer Person an Land mit und fahre niemals allein. Ein Handy in einer wasserdichten Hülle ist Pflicht, aber verlasse dich nicht allein darauf – die Akkulaufzeit sinkt in der Kälte rapide. Packe eine Powerbank ein und schalte das Gerät nur bei Bedarf ein.
Essen, Trinken und Notfallplan für den Notfall Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, energiesparendes Wohnen ist die Versorgung. Im Spreewald gibt es zwar viele Gaststätten, aber die sind nicht immer geöffnet oder liegen abseits der Route. Packe genügend Wasser und Snacks ein, aber keine Lebensmittel, die leicht verderben. Wichtig ist auch ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Desinfektionsmittel und einer Zeckenzange. Zecken sind im Spreewald ein echtes Thema – nach jeder Pause im Gras sollte man die Kinder absuchen. Die Vorsorge gegen Zecken ist übrigens viel wichtiger als die Sorge vor Mücken, die im Sommer zwar lästig, aber ungefährlich sind.
Die Kleidung entscheidet über Ihren Komfort. Im Herbst ist es auf dem Wasser deutlich kühler als an Land, und die Luftfeuchtigkeit kann durchdringen. Tragen Sie mehrere Schichten: ein atmungsaktives Funktionsshirt, eine Fleecejacke und eine wasserabweisende Außenjacke. Zudem sind wasserfeste Schuhe oder Stiefel unerlässlich, denn der Einstieg ins Boot kann nass werden. Vermeiden Sie Baumwolle, da sie Feuchtigkeit speichert und Sie schnell auskühlen. Ein weiterer Punkt ist die Ausrüstung: Nehmen Sie eine wasserdichte Tasche für Handy, Kamera und Wechselkleidung mit. Die Kanäle sind schmal, und ein unachtsamer Paddelschlag kann schnell eine kleine Welle ins Boot bringen.
Die erste Route startet in Lübbenau und folgt dem Groß Raden-Kanal bis nach Leipe. Sie ist etwa 35 Kilometer lang und führt über überwiegend flache, gut befestigte Wege. Wichtig: In der Saison kann es auf den schmalen Deichwegen voll werden – wer früh startet, hat die Ruhe für sich. Achten Sie auf Kreuze und Wegweiser, die mit einem grünen Radsymbol markiert sind. Ein typischer Fehler ist, sich nur auf das Navi zu verlassen und die lokale Beschilderung zu ignorieren. Das führt oft in Sackgassen an privaten Grundstücken.
Am Ende des Tages zählt nicht, wie viele Kilometer ihr geschafft habt, sondern dass alle gesund und glücklich ankommen. Wenn ihr mit einem Baby unter einem Jahr unterwegs seid, lass das Kanu besser im Schuppen und nimmt den Buggy für die Wege – die sind meistens gut ausgebaut. Und wer ganz flexibel sein will, mietet ein Tretboot, das ist sicherer und die Kinder können selbst mitstrampeln. Ein letzter Tipp: Startet früh am Morgen, dann ist es entspannter und die Gewittergefahr am Nachmittag ist geringer. So wird der Spreewald-Ausflug zum Erlebnis, an das sich alle gerne erinnern.
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