5 Zeichen am Untergrund, die über Grundierung entscheiden

Z Mazovia

Ein Dübel in der Wand ist schnell gesetzt. Ein Treffer auf eine Stromleitung oder Wasserrohr kostet dagegen Stunden, Geld und manchmal die Gesundheit. Wer vor dem Bohren ortet, spart sich diese Überraschung. Die folgenden fünf Regeln decken ab, was wirklich zählt – von der Planauskunft bis zur letzten Kontrolle vor dem Ansetzen.

Zuerst wird das Loch vorbereitet. Sitzt noch ein Dübel darin, dreht man ihn mit einer passenden Schraube heraus oder zieht ihn mit einer Zange. Danach entfernt man Staub und lockere Putzreste mit einem Staubsauger oder einem trockenen Pinsel. Ein feuchter Lappen ist ungeeignet, weil er den Staub in die Poren drückt und die Spachtelmasse später nicht mehr haftet. Bei größeren Löchern, etwa von Wandankern, sollte man den Rand mit einem Spachtel leicht anschrägen, damit die Masse Halt findet.

Beim Auszug entscheidet nicht das Bauchgefühl, sondern der Mietvertrag und die tatsächliche Abnutzung. Viele Mieter streichen vorschnell die gesamte Wohnung und zahlen dafür aus eigener Tasche, obwohl sie dazu gar nicht verpflichtet wären. Andere wiederum lassen sichtbare Schäden einfach zurück und wundern sich über Abzüge von der Kaution. Der entscheidende Punkt ist die Unterscheidung zwischen normaler Abnutzung und übermäßiger Abnutzung. Normale Gebrauchsspuren – leichte Verfärbungen, kleine Kratzer, matte Stellen – muss ein Mieter nicht beseitigen. Nur wenn die Wand deutlich stärker abgenutzt ist als bei vertragsgemäßem Gebrauch, entsteht eine Pflicht zum Handeln.

Typische Fehler: zu dünne Handschuhe, die bei heißem Lötzinn durchbrennen; ein zu kurzer Schraubendreher, der bei Überkopfmontage abrutscht; oder das Nachziehen einer Verschraubung mit dem ganzen Körpergewicht, statt mit kontrolliertem Druck. Auch das Werkzeug sollte gesichert sein. Ein Karabiner oder eine kurze Schnur am Gürtel verhindert, dass eine Zange aus drei Metern Höhe fällt. Vor dem Beginn prüfen: Ist der Untergrund tragfähig? Steht die Leiter auf ebenem Boden? Sind alle Teile griffbereit, bevor die Arme oben sind?

Ein Dübelloch in der Wand bleibt sichtbar, auch wenn es klein ist. Farbe läuft in die Vertiefung, die Kante wirft einen Schatten, und bei Streiflicht sieht man jede Unebenheit. Wer die Löcher vor dem Streichen nicht verschließt, ärgert sich später über Krater, Risse und abblätternde Stellen. Dabei ist die Reparatur in wenigen Schritten erledigt, wenn man die richtige Reihenfolge einhält.

Ortungsgeräte richtig einsetzen Für die Praxis reichen meist zwei Gerätetypen. Ein Leitungsfinder mit elektromagnetischer Ortung erkennt stromführende Adern, sofern Strom fließt – das ist der Haken. Ist der Stromkreis abgeschaltet, bleibt die Leitung unter Umständen unsichtbar. Deshalb vor der Messung alle Sicherungen einschalten und Verbraucher, die stören, abziehen. Ein Metallortungsgerät oder ein Gerät mit Kapazitätsmessung findet zusätzlich spannungsfreie Leitungen, Wasser- und Heizungsrohre aus Metall. Wichtig: Das Gerät flach und langsam über die Wand führen, nicht ruckartig. Zu schnelles Bewegen führt zu Fehlmessungen.

Die richtige Rolle spielt eine unterschätzte Rolle. Wer über Kopf arbeitet, braucht eine Rolle, die das Seil oder Kabel führt, ohne zu verkanten. Eine feste Rolle an einem stabilen Anschlagpunkt verhindert, dass die Leine seitlich abrutscht und die Zugrichtung wechselt. Beim Aufhängen von Lasten über Kopf sollte die Rolle so sitzen, dass das Seil senkrecht nach unten läuft. Schrägzug erhöht die Reibung und die Kraft, die auf den Haken wirkt. Prüfe vor jedem Zug, ob die Rolle frei dreht und ob der Bolzen gesichert ist.

Viertens Verunreinigungen. Fett, Silikon, Nikotin, Schimmel oder Trennmittel sind unsichtbare Sperren. Sie lassen sich nicht überstreichen, sie müssen weg. Bei Nikotin reicht eine Isoliergrundierung, bei Silikonrückständen hilft nur mechanisches Entfernen. Wer hier grundiert, ohne zu reinigen, versiegelt den Schmutz und wundert sich über Blasen.

Typische Fehler passieren an denselben Stellen. Überputzte Verteilerdosen, Leitungssucher, die auf Bewehrungsstahl im Beton ansprechen, oder dicht beieinanderliegende Rohre verwirren jedes Gerät. Auch Feuchtigkeit in der Wand stört die Kapazitätsmessung. Wer nur eine Messrichtung prüft, übersieht waagerecht verlaufende Leitungen. Deshalb kreuzweise messen: einmal horizontal, einmal vertikal, dann diagonal. So entsteht ein Bild, nicht ein einzelner Piepton.

Bei aller Technik bleibt ein Restrisiko. Deshalb vor dem Bohren die Stelle anzeichnen und mit einem dünnen Probebohrer ohne Schlag arbeiten. Trifft dieser auf Widerstand oder löst der Leitungssucher in der Nähe aus, sofort stoppen. Tiefe Bohrungen, etwa für Dübel in Außenwänden, sind besonders heikel: Dort liegen oft Zuleitungen oder Rollladenkästen. Im Zweifel den Bereich verschieben – ein Zentimeter zur Seite kann einen Schaden verhindern. Und: Bei unklarer Lage lieber einen Fachbetrieb rufen, als auf gut Glück zu bohren.