5 Wege, wie Essbereich und Laufwege in der Küche funktionieren

Z Mazovia


Für Kinder gibt es keine Ausrede: Ein fester Sitzkeil oder eine höhenverstellbare Sitzauflage schafft die nötige Höhe, während ein Fußbrett unter dem Tisch den Kontakt zum Boden herstellt. Raumteiler ohne Sichtschutz diesen Kontakt rutschen Kinder auf dem Stuhl hin und her, kippeln und essen unkonzentriert. Der gleiche Grundsatz gilt für Erwachsene mit sehr kurzen oder sehr langen Beinen: Fußstützen sind kein Notbehelf, sondern ein notwendiger Ausgleich.

Die richtige Verteilung entsteht vor dem Einräum

Achte auf die Bewegungsfreiheit im Raum. Ein Möbel, das eine Tür blockiert oder den Laufweg zur Küche verengt, wird schnell zum Ärgernis. Lass mindestens siebzig Zentimeter Durchgang frei. Wenn der Platz knapp ist, wähle eine schmale Variante und verzichte lieber auf ein zusätzliches Fach als auf den freien Weg. Klappbare oder ausziehbare Arbeitsflächen sind eine Alternative, aber nur, wenn sie täglich genutzt werden – wer sie ständig auf- und abbaut, stellt sie irgendwann nicht mehr auf.

Stauraum entsteht nicht durch mehr Schränke, sondern durch flache, stapelbare Boxen. Waschmittel, Fleckenentferner und Trocknerbälle gehören in eine Box mit Deckel, die unter oder auf der Maschine steht. Diese Box wird bei jedem Waschgang herausgezogen und danach zurückgeschoben. Ein Fehler ist, Mittel in verschiedenen Räumen zu verteilen: Dann wird gesucht, statt gewaschen. Ebenso problematisch sind offene Regale direkt über der Maschine, weil Feuchtigkeit und Staub sich dort sammeln.
Für Kleidung, die täglich getragen wird, ist eine offene Lösung oft praktischer als ein geschlossener Kasten. Eine Kleiderstange in einer Nische oder an der Wand, kombiniert mit Haken und einer schmalen Kommode, hält den Kreislauf kurz. Kleidung, die auf einem Stuhl landet, ist ein Zeichen dafür, dass der Weg zum Schrank zu weit ist. Wer diesen Weg verkürzt, reduziert die Unordnung von selbst. Schuhe und Taschen gehören nicht auf den Boden, sondern auf ein niedriges Regal oder in Körbe unter der Stange.

Verkehrsflächen sind keine Restfläche, sondern der Kern der Küchenplanung. Der Hauptweg zwischen Eingang, Kühlschrank und Spüle sollte mindestens 90 Zentimeter breit sein und nicht durch offene Schranktüren oder Mülleimer blockiert werden. Ein zweiter, schmalerer Weg darf ruhig nur 60 Zentimeter messen, wenn er ausschließlich zum Vorbeigehen dient. Wichtig ist, die Laufwege nicht mit Möbeln zu pflastern: Jede zusätzliche Insel oder Theke frisst Bewegungsfreiheit. Wer unsicher ist, stellt provisorisch Kartons in Küchenhöhe auf und simuliert einen Kochabend. Was dann stört, stört auch im Alltag.

Der Essbereich braucht mehr als eine Tischplatte Ein Esstisch in der Küche ist praktisch, doch der Platz drumherum wird oft unterschätzt. Für jede Sitzgelegenheit sollte man etwa 60 Zentimeter Tischbreite rechnen. Hinter einem Stuhl braucht es mindestens 80 Zentimeter, damit man aufstehen kann, ohne die Nachbarin einzuklemmen. Bei einer Bank an der Wand genügen 60 Zentimeter, weil man seitlich aufsteht. Wird der Tisch an eine Wand geschoben, bleibt der Zugang zu den hinteren Plätzen oft versperrt. Besser ist eine freie Position mit Zugang von zwei oder drei Seiten.
Viele Küchen scheitern nicht an fehlendem Stauraum, sondern an schlecht geplanten Verkehrsflächen. Wer täglich zwischen Herd, Spüle und Kühlschrank pendelt, merkt schnell, ob die Wege stimmen. Bevor Schränke bestellt werden, sollte der Grundriss mit Kreppband auf dem Boden abgeklebt werden. So lässt sich prüfen, ob Schubladen und Backofentüren wirklich kollisionsfrei aufgehen und ob zwei Personen gleichzeitig arbeiten können.

Häufiger Fehler: Der Esstisch wird direkt an die Küchenzeile gerückt, um Platz zu sparen. Dann fehlt die Fläche zum Servieren und Abräumen, und der Weg zum Kühlschrank führt mitten durch die Sitzgruppe. Wer den Tisch um 20 bis 30 Zentimeter von der Zeile abrückt, gewinnt eine Ablagefläche und einen klaren Laufweg. Bei offenen Küchen sollte der Essbereich außerdem nicht direkt neben dem Kochfeld liegen, sonst landen Spritzer auf dem Tischtuch und Gespräche werden durch Dunstabzug und Bratengeräusche erschwert.

Die Planung sollte immer mit den tatsächlichen Bewegungsabläufen beginnen, nicht mit der Schrankfront. Zuerst werden Spüle, Herd und Kühlschrank als Dreieck festgelegt, dann die Verkehrsflächen bemessen, und erst danach folgen Unterschränke und Oberschränke. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet den klassischen Fehler, aus einer schönen Optik eine unbrauchbare Küche zu machen. Ein Essbereich, der zum Verweilen einlädt, und Laufwege, die nicht im Weg stehen, entstehen nicht durch Zufall, sondern durch ein paar klare Zentimeterentscheidungen.

Die wichtigste Regel lautet: Zwischen zwei gegenüberliegenden Arbeitszeilen sollten mindestens 120 Zentimeter liegen. Bei weniger stößt man beim Öffnen von Geschirrspüler oder Backofen ständig an. Sind die Zeilen zu weit auseinander, entstehen unnötig lange Wege. Als Faustregel gilt ein Abstand von 120 bis 150 Zentimetern. In schmalen Küchen mit nur einer Zeile und einer gegenüberliegenden Wand sollte der Durchgang nicht unter 100 Zentimetern liegen, sonst wird das Arbeiten zur Turnübung.

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