5 Ideen für Flur mit Trockenbau, die Platz schaffen

Z Mazovia

Kalk- oder Lehmputz ist die beste Wahl für ruhige Wände. Beide regulieren Feuchtigkeit und wirken je nach Lichteinfall leicht changierend, ohne unruhig zu werden. Reine Dispersionsfarbe wirkt dagegen flach und kühl. Ein häufiger Fehler: einzelne Wände in kräftigem Ton streichen, um „Akzente" zu setzen. Das zerschneidet den Raum und hebt die Wirkung der Naturmaterialien auf. Besser ist eine durchgehende, leicht gebrochene Farbe – warmes Weiß, Sand, Lehmgrau – und die Struktur des Putzes wirken lassen.

Bevor überhaupt Lack ins Spiel kommt, muss die Oberfläche stimmen. Alte Wachs- oder Ölreste werden mit einem geeigneten Reiniger entfernt, sonst haftet der neue Lack nicht und blättert später ab. Anschließend wird angeschliffen, beginnend mit mittlerer Körnung und abschließend mit feiner Körnung. Zwischen den Schleifgängen sollten die Schleifspuren jeweils quer zur vorherigen Richtung verlaufen, damit Unebenheiten sichtbar werden. Nach dem Schleifen wird der Staub gründlich abgesaugt und mit einem leicht feuchten Tuch nachgewischt. Wer diesen Schritt überspringt, lackiert den Staub mit ein und erhält eine raue Oberfläche, die genau das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirkt.

Ein häufiger Fehler ist die Auswahl am kleinen Muster im Laden. Ein handgroßes Farbfeld verfälscht den Eindruck erheblich, weil umgebende Farben und Licht die Wahrnehmung verschieben. Wer sicher gehen will, streicht ein Probefeld von mindestens einem halben Quadratmeter auf zwei gegenüberliegende Wände und beobachtet es über einen ganzen Tag. Erst bei Tageslicht, bei bedecktem Himmel und abends unter der tatsächlichen Beleuchtung zeigt sich, ob der Ton trägt.

Wer Lehm im Innenraum einsetzen will, muss den Untergrund ernst nehmen. Auf Beton oder Gipskarton haftet Lehm nur mit Haftgrund oder einem Unterputz aus Lehm. Auf feuchten Wänden – etwa erdberührtem Mauerwerk – gehört Lehm nicht direkt aufs Mauerwerk, weil aufsteigende Feuchte den Putz aufweicht. Dort ist zuerst die Ursache zu beheben: horizontale Sperre, Drainage, trockene Abdichtung. Auch auf frischem Kalkputz oder frischem Estrich wartet man, bis die Restfeuchte abgebaut ist. Ein typischer Fehler ist, Lehm auf eine dampfdichte Schicht aufzubringen. Dann kann die Feuchtigkeit nicht entweichen, und der Putz wird an der Grenzfläche mürbe.

Bevor die erste Latte gesetzt wird, steht die Planung. Auf dem Boden den Verlauf der Nische mit Kreppband markieren und die Höhe an der Wand anzeichnen. Die Nischentiefe richtet sich nach dem Inhalt: Für Schuhe reichen 30 bis 35 cm, für Jacken sollten es mindestens 60 cm sein. Die Konstruktion besteht aus Metallprofilen, die mit Schnellspannern oder Dübeln an Wand und Decke befestigt werden. Der Abstand der Ständerprofile sollte 30 bis 40 cm nicht überschreiten, sonst schwingt die Beplankung.

Ein Flur ist oft der am schlechtesten genutzte Raum in der Wohnung. Mit Trockenbau lässt sich daraus ein funktionaler Bereich machen, ohne dass Wände versetzt werden müssen. Nischen, Sitzbank und Licht lassen sich in einer abgehängten oder aufgesetzten Konstruktion unterbringen. Wichtig ist, vorher zu prüfen, wo Leitungen und tragende Bauteile verlaufen.

Licht im Flur sollte nicht nur von der Decke kommen. In die Nischen lassen sich LED-Profile einbauen, die indirekt strahlen. Dafür werden die Profile vor dem Beplanken an den Seitenwänden der Nische befestigt. Ein häufiger Fehler ist die Wahl zu kalter Lichtfarbe; im Flur wirkt warmweiß mit 2700 bis 3000 Kelvin angenehmer. Bewegungsmelder sparen Strom, müssen aber so platziert werden, dass sie nicht durch vorbeigehende Personen im Treppenhaus ausgelöst werden.

Glatte Lackoberflächen wirken nicht nur aufgeräumter, sie verändern auch das Putzverhalten. Staub kann sich auf rauem, offenporigem Holz mechanisch festsetzen, während er auf einer geschlossenen Lackschicht nur locker aufliegt. Wer seine Möbel selbst lackiert, gewinnt dadurch weniger Staubanhaftung und eine Oberfläche, die sich mit einem feuchten Tuch schneller reinigen lässt. Entscheidend ist allerdings die Vorarbeit, denn kein Lack gleicht eine schlecht vorbereitete Fläche aus.

Mobile Lösungen für begrenzte Flächen Wo kein fester Waschraum existiert, helfen fahrbare Untersätze. Ein Rollwagen mit mehreren Ebenen kann zwischen Maschine und Wand geschoben werden und bietet Ablage für Klammern, Netzbeutel und Bügeleisen. Ein zusammenklappbarer Wäscheständer ersetzt den festen Trockenplatz. Wichtig ist, den Ständer nicht dauerhaft im Weg stehen zu lassen. Nach dem Trocknen sofort zusammenklappen und hinter der Tür oder in einer Nische verstauen. Typischer Fehler: den Ständer voll beladen aufstellen und dann wochenlang stehen lassen – das blockiert den Raum und lädt zum Verheddern ein.

Nischen richtig anlegen und aussteifen Eine Nische ist mehr als ein Loch in der Wand. Damit sie stabil bleibt, müssen die Profile an den Rändern verdoppelt werden. In Feuchträumen, etwa wenn der Flur an ein Bad grenzt, gehört eine Feuchtigkeitssperre hinter die Beplankung. Typischer Fehler: Die Nische wird zu knapp kalkuliert, und später passt keine Schuhablage hinein. Ein weiterer Fehler ist das Vergessen von Stromleitungen für Steckdosen oder LED-Profile. Diese müssen vor dem Schließen der Beplankung verlegt werden.