5 Gründe, warum Hecken unten breiter geschnitten werden
Beim Rückschnitt von Sträuchern, Hecken und Bäumen fällt jedes Jahr eine Menge Astwerk an. Statt es zur Grünabfuhr zu geben oder zu verbrennen, lässt sich das Material mit einem Häcksler zerkleinern und als Mulchschicht verwenden. Der entscheidende Vorteil liegt nicht nur in der Arbeitsersparnis, sondern in der Wirkung auf den Boden: Das zerkleinerte Holz verrottet langsam, fördert das Bodenleben und hält die Feuchtigkeit dort, wo sie gebraucht wird.
Ziergräser werden am besten erst dann geschnitten, wenn der Neuaustrieb unmittelbar bevorsteht. Wer im Herbst zur Schere greift, nimmt den Pflanzen den natürlichen Winterschutz und riskiert, dass die empfindlichen Herzen der Horste verfaulen. Der alte Halm ist kein Abfall, sondern eine Isolationsschicht, die Feuchtigkeit ableitet und die Basis vor Frost schützt.
Der richtige Abstand und der falsche Reflex Viele schneiden zu tief, direkt unter der Blüte. Das ist ein typischer Fehler. Dadurch bleiben lange, blattlose Stängel stehen, die keine neuen Triebe bilden. Die Pflanze investiert dann in das Austreiben schlafender Augen weiter unten – das kostet Zeit und Energie. Ein weiterer Fehler: der Schnitt zu weit oben. Dann vertrocknet der Stängelstummel und wird zur Eintrittspforte für Pilze. Der Abstand von fünf Millimetern über dem Blatt ist ein guter Richtwert. Bei dünnen Trieben etwas weniger, bei kräftigen etwas mehr.
Ein Heckenschnitt in Trapezform ist keine Frage des Geschmacks, Raumteiler ohne Sichtschutz sondern eine Frage des Lichts. Wird eine Hecke oben genauso breit oder breiter als unten geschnitten, fällt auf die unteren Triebe kaum noch direktes Sonnenlicht. Die Folge: unten verkahlt die Hecke, oben wächst sie weiter, und nach einigen Jahren steht eine grüne Wand mit brauner Basis. Wer unten breiter als oben schneidet, hält die unteren Partien im Licht und damit vital.
Nach dem Schnitt lockert man die oberste Erdschicht vorsichtig mit einer Handharke. Das entfernt abgestorbenes Pflanzenmaterial und verbessert die Luftzirkulation. Eine dünne Schicht Kompost versorgt den Horst mit Nährstoffen, ohne ihn zu überfüttern. Bei Gräsern, die im Sommer blühen, ist der Rückschnitt unproblematisch. Bei früh blühenden Sorten sollte man dagegen nur die trockenen Spitzen entfernen, weil sonst die Blütenanlagen zerstört werden.
Im Spätsommer ist die UV-Strahlung geringer, aber noch ausreichend, um die Trocknung zu unterstützen. Die Nächte sind kühler, was die Aushärtung verlangsamt und dadurch eine dichtere Oberfläche entstehen lässt. Ein Anstrich, der langsam trocknet, haftet besser und wird elastischer. Elastizität ist entscheidend, weil Holz arbeitet. Dehnt sich das Holz im Winter aus und zieht sich im Sommer zusammen, reißt eine spröde Farbschicht. Eine flexible Schicht hält länger. Wer im Spätsommer streicht, überlässt der Farbe genug Zeit, sich vor dem ersten Frost zu setzen.
Für den Notfall gilt: Nicht mit Wachs oder Paste abdichten, das hält Feuchtigkeit im Holz und fördert Fäule. Stattdessen die Wunde offen lassen und den Baum beobachten. Bildet sich nach einer Woche eine trockene Kruste, war die Klinge die richtige. Bleibt die Fläche feucht und dunkel, war der Schnitt zu unsauber. In diesem Fall mit einem scharfen Messer nachschneiden, solange die Ränder noch frisch sind.
Wer den Zeitpunkt verpasst, muss nicht verzweifeln. Ein später Schnitt bis in den Mai hinein ist möglich, solange die neuen Triebe noch kurz sind. Danach sollte man nur noch einzelne trockene Halme herausziehen. Ein sauberer Schnitt vor dem Austrieb bleibt jedoch die sicherste Methode, damit Ziergräser kräftig austreiben und ihre Form über die ganze Saison behalten.
Ein häufiger Fehler ist der Schnitt bei nassem Wetter. Feuchte Halme und offene Schnittstellen sind ideale Eintrittspunkte für Pilzkrankheiten. Besser ist ein trockener, milder Vormittag. Ein zweiter Fehler ist das Mulchen mit dem abgeschnittenen Material. Die Halme verrotten langsam und können den Wurzelbereich ersticken. Man entsorgt sie über den Kompost oder nutzt sie als Abdeckung für empfindliche Stauden, nicht aber direkt am eigenen Horst.
Der richtige Zeitpunkt liegt je nach Region zwischen Ende Februar und Mitte April. Ein verlässliches Signal ist der Zustand des Bodens: Sobald er nicht mehr gefroren ist und die ersten grünen Spitzen seitlich aus dem Horst drücken, darf geschnitten werden. Ein Blick auf die Wettervorhersage gehört dazu. Sind noch Nachtfröste unter minus fünf Grad angekündigt, wartet man besser eine Woche länger.
Bei Rosen mit mehreren Blüten pro Trieb, etwa Strauch- oder Beetrosen, wird jeder verblühte Einzelblütenstand separat entfernt. Schneide nicht den ganzen Trieb bis zum Boden ab, nur weil die oberste Blüte welk ist. Das schwächt die Pflanze. Arbeite dich von oben nach unten vor. Bei Kletterrosen und Ramblern wird der verblühte Teil bis zum nächsten kräftigen Seitentrieb zurückgenommen. Dieser Seitentrieb blüht im nächsten Jahr.
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