5 Stellen, Die Vor Dem Bohren Jede Leitung Verraten
Die häufigsten Fehler passieren aus Ungeduld. Ein einzelner Messpunkt sagt nichts, erst mehrere gekreuzte Messungen ergeben ein Bild. Tief in der Wand liegende Leitungen werden von einfachen Geräten übersehen, besonders in Altbauten mit dicken Putzschichten oder in Wänden mit Metallständerwerk. Dort liefern billige Geräte oft Daueralarm. Wer unsicher ist, sollte auf zwei unabhängige Messmethoden setzen, etwa ein elektrisches Ortungsgerät plus ein Metallsuchgerät. Bei Gasleitungen endet der Eigenversuch: Hier darf nur der Fachbetrieb arbeiten.
Bevor ein Regal, ein Fernseher oder ein Schwerlastanker an der Wand landet, muss klar sein, woraus die Wand besteht. Ein falscher Dübel in einer Gipskartonwand hält wenige Kilogramm, in einer Betonwand dagegen hunderte. Die drei häufigsten Wandarten im Innenbereich sind Gipskarton (Trockenbau), Putz auf Mauerwerk und Sichtbeton. Jede verlangt eigene Befestigungstechnik, eigene Bohrwerkzeuge und ein anderes Vorgehen beim Anzeichnen.
Die nächste Bahn wird Stoß an Stoß gesetzt, nicht überlappt. Vliestapeten werden nicht auf Stoß geschnitten, sondern mit leichter Presskante verarbeitet. Nach dem Trocknen zieht sich das Material etwas zusammen; kleine Fugen schließen sich dabei von selbst, wenn die Bahnen korrekt gesetzt wurden. Wer zu früh nachbessert, drückt Feuchtigkeit in die Naht und erzeugt Blasen. Trocknungszeit und Raumtemperatur nach Herstellerangabe einhalten, Zugluft vermeiden.
Streifen im Gegenlicht entstehen nicht durch zu wenig Farbe, sondern durch unterschiedliche Trocknungszeiten und falsche Werkzeugführung. Wer eine Decke streicht und später schräg von der Seite auf das Ergebnis schaut, sieht jede Ansatzstelle. Der Grund: Beim Rollen entstehen unterschiedlich dicke Farbschichten, die bei streifendem Licht als hell-dunkel-Kanten sichtbar werden. Entscheidend ist deshalb nicht die Menge der Farbe, sondern wie gleichmäßig sie verteilt und wie zügig eine zusammenhängende Fläche fertiggestellt wird.
Am Ende zählt nicht das teuerste Gerät, sondern die Reihenfolge: Unterlagen prüfen, Muster kennen, messen, gegenprüfen, Tiefe begrenzen. Wer diese fünf Punkte einhält, bohrt mit ruhigem Gewissen. Und wer bei Gas oder unklarer Lage einen Fachbetrieb ruft, spart sich im Zweifel deutlich mehr als nur ein paar Bohrlöcher.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Grundieren von nur einem Teil der Wand. Saugfähigkeit kann auf derselben Fläche stark schwanken – etwa dort, wo früher ein Schrank stand oder wo ausgebessert wurde. Wird nur teilweise grundiert, trocknet der Kleister ungleichmäßig, und die Tapete wirft an den Übergängen Falten. Deshalb immer die gesamte Wandfläche behandeln, auch Ecken und Kanten. Bei stark saugenden Untergründen kann ein zweiter Anstrich nach dem Trocknen sinnvoll sein, wenn der erste vollständig eingezogen ist.
Ein Bohrer trifft selten das, was er treffen soll, und fast immer das, was er nicht treffen darf. Stromleitungen, Wasserrohre, Gasleitungen oder Heizungsrohre liegen in Wänden und Decken nicht dort, wo man sie vermutet. Wer vor dem ersten Loch drei Minuten in die Ortung investiert, spart sich später Stemmarbeiten, Wasserschäden oder einen Stromausfall im ganzen Haus.
Beim Rollen gilt: in Bahnen arbeiten, nicht kreisen. Über Kopf tropft Farbe besonders leicht, weil zu viel Material aufgenommen wird. Die Rolle wird deshalb nur zur Hälfte in die Farbe getaucht und auf einem Gitter abgestreift, bis sie gleichmäßig benetzt ist, aber nicht tropft. Vor dem ersten Strich an der Decke die Rolle kurz an einer Wand abrollen. Das verteilt die Farbe und verhindert die klassische Spritzerbildung beim Ansetzen.
Vliestapeten verzeihen viele Fehler, aber nicht den einen: Kleister auf die Bahn zu streichen. Wer gewohnt ist, wie bei Papiertapeten vorzugehen, ruiniert damit die Bahn oder erzeugt Blasen, die sich später nicht mehr glatt drücken lassen. Der Grund liegt im Aufbau: Vlies ist ein textiles Trägermaterial, das den Kleister nicht aufsaugt, sondern nur auf der Oberfläche annimmt. Die Haftung entsteht ausschließlich zwischen Wand und Kleister. Deshalb wird der Kleister immer auf die Wand aufgetragen, die Bahn bleibt trocken und wird nur eingedrückt.
Über Kopf zu arbeiten ist keine Frage von Kraft, sondern von Position und Werkzeug. Wer beim Schrauben an der Decke den Kopf in den Nacken legt und die Arme senkrecht nach oben streckt, hält diese Haltung selten länger als zwei Minuten durch. Die Folge sind Verspannungen im Nacken, taube Finger und ein Bohrloch, das zehn Zentimeter daneben sitzt. Der eigentliche Fehler beginnt jedoch vor dem ersten Handgriff: mit der falschen Höhe der Standfläche.
Typische Fehler wiederholen sich: zu schwer beladene Rolle, zu niedrige Standfläche, Pausen erst bei Schmerzen. Besser ist es, alle zwanzig Minuten kurz die Arme zu senken und den Kopf langsam nach vorn zu neigen. Wer über Kopf arbeitet, sollte außerdem mit dem Körper und nicht nur aus dem Handgelenk arbeiten. Die Bewegung kommt aus Schulter und Oberkörper, das Handgelenk bleibt stabil. So bleibt die Spur gerade und der Nacken hält länger durch.