Die Heizkörpernische, die Wärme schluckt – oft übersehen
Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen, ist die Wahl des Dichtstoffs. Für Dehnungsfugen an Fenstern oder in Treppenhäusern eignet sich ein dauerelastisches Dichtmaterial auf Silikonbasis. Im Sanitärbereich sollte es pilzhemmend ausgerüstet sein. Achten Sie beim Auftragen darauf, die Kartusche gleichmäßig zu führen. Halten Sie die Spitze in einem Winkel von etwa 45 Grad und drücken Sie den Abzug langsam. Wenn Sie zu schnell fahren, bleibt zu wenig Material in der Fuge; fahren Sie zu langsam, entstehen Wulste, die Sie später mühsam abziehen müssen.
Ein anderer, oft übersehener Punkt ist die Positionierung der Möbel. Steht ein Sideboard direkt neben einem Heizkörper oder in der prallen Sonne, arbeitet das Material deutlich stärker. Halten Sie einen Abstand von mindestens einem halben Meter zu Wärmequellen ein. Auch die Rückwand von Schränken sollte nicht dicht an einer kalten Außenwand stehen, denn dort kondensiert Feuchtigkeit – das führt zu einer einseitigen Durchfeuchtung und damit zu Verzug. Ein kleiner Luftspalt hinter dem Möbel sorgt für ausgeglichene Bedingungen auf allen Seiten.
Wer schon einmal eine Silikonfuge im Bad oder am Fenster erneuert hat, kennt das Problem: Nach dem Abkleben zieht sich das Material zusammen, es entstehen Blasen, oder die Kanten werden unsauber. Der häufigste Fehler liegt nicht in der Verarbeitung des Dichtstoffs selbst, sondern in der Vorbereitung und im Umgang mit dem Werkzeug. Dabei lässt sich mit ein paar gezielten Handgriffen ein Ergebnis erzielen, das nicht nur sauber aussieht, sondern auch jahrelang hält.
Um ein sauberes Ergebnis zu erzielen, kleben Sie die angrenzenden Fliesen und die Wanne bzw. den Duschboden mit Malerkrepp ab. Dies verhindert, dass Silikon an unerwünschten Stellen haftet und erleichtert das spätere Abziehen. Tragen Sie dann das Silikon mit einer Kartuschenpistole gleichmäßig auf. Halten Sie die Spitze der Kartusche in einem Winkel von etwa 45 Grad und führen Sie sie kontinuierlich entlang der Fuge. Drücken Sie nicht zu viel auf einmal heraus, um eine Überfüllung zu vermeiden. Nach dem Auftragen glätten Sie die Fuge mit einem fugenglätter oder einem Esslöffel, den Sie in etwas Spülmittelwasser getaucht haben. Das verhindert, dass das Silikon an der Glättungskante klebt, und sorgt für eine gleichmäßige, glatte Oberfläche.
Ein typischer Fehler ist, zu viel Silikon aufzutragen und dann zu stark zu glätten, wodurch das Material aus der Fuge gedrückt wird und eine zu dünne Schicht zurückbleibt. Ziel ist eine Fuge, die bündig mit den Fliesenkanten abschließt – nicht darüber hinausragt. Auch das Entfernen des Malerkrepps will gut überlegt sein: Ziehen Sie das Krepp am besten sofort nach dem Glätten ab, solange das Silikon noch weich ist. Warten Sie nicht, bis es ausgehärtet ist, denn dann reißen Sie beim Abziehen des Klebebands die frische Fuge wieder auf. Nach dem Abziehen lassen Sie das Silikon gemäß den Herstellerangaben aushärten – meist sind das 24 Stunden, bevor die Dusche wieder genutzt werden darf.
Bevor Sie überhaupt an das Abkleben denken, muss die Fuge vollständig trocken und frei von Staub, Fett und alten Resten sein. Ein Teppichmesser mit abknickbarer Klinge eignet sich gut, um alte Silikonschichten zu entfernen. Danach hilft ein Fugenkratzer, um auch letzte Rückstände aus den Kanten zu lösen. Wichtig ist, nicht nur die oberflächliche Schicht zu entfernen, sondern bis auf den Untergrund zu gehen. Anschließend die Fläche mit einem trockenen Tuch auswischen und mindestens eine Stunde lüften. Feuchtigkeit ist der häufigste Grund dafür, dass neues Silikon nicht haftet und später schimmelt.
Wenn alles sauber abgezogen ist, sollten Sie die Fuge mindestens 24 Stunden unberührt lassen. Besonders in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Bädern oder Küchen verlängert sich die Trocknungszeit. Vermeiden Sie währenddessen Zugluft oder direkte Sonneneinstrahlung, denn das führt zu Rissen in der Oberfläche. Und sollten sich dennoch kleine Unebenheiten zeigen, widerstehen Sie der Versuchung, sofort nachzubessern. Das Ergebnis wird oft schlechter als vorher. Lassen Sie die Fuge vollständig aushärten und schleifen Sie sie gegebenenfalls vorsichtig mit feinem Schleifpapier – das geht bei Silikon allerdings nur, wenn es sehr hart geworden ist.
Ein weiterer Stolperstein ist das Kürzen einer Türe, die an der Unterseite eine Nut für eine Dichtung hat. Wenn Sie die Tür um mehr als die Nutbreite kürzen, müssen Sie die Nut neu fräsen oder eine aufschraubbare Bodendichtung anbringen. Planen Sie daher vor dem Sägen, wie viel Sie tatsächlich abnehmen müssen. Häufig genügt es, die Tür an der unteren Kante nur wenige Millimeter zu kürzen, um beim Schließen wieder Platz zu schaffen.
Gerade in Altbauten sind Heizkörpernischen ein vertrautes Bild: Die Wand unter dem Fenster ist dünner, und oft sitzt der Heizkörper in einer Aussparung der Außenwand. Was viele nicht wissen: Genau hier geht besonders viel Wärme verloren. Die gemauerte Laibung ist meist ungedämmt, und die kalte Wand saugt die Wärme förmlich auf. Bevor Sie also über neue Fenster oder eine neue Heizung nachdenken, lohnt der Blick in diese Nische – denn die Dämmung ist einfach, kostengünstig und in wenigen Stunden erledigt.