Intelligentes Wohnen
Die größte Herausforderung beim Staging ist immer das Platzproblem. In einer Münchner Einzimmerwohnung mit 32 Quadratmetern musste ich eine Lösung finden, die sowohl Wohnzimmer als auch Schlafzimmer simulierte. Ich entschied mich für eine Kanape mit Funktion zum Schlafen, die tagsüber als Sitzgelegenheit diente und nachts zum Bett wurde. Die Kundin war skeptisch, aber der Mechanismus DL ermöglichte ein einfaches Ausklappen, ohne dass die Rückenlehne an der Wand kratzte. Die Tapete mit Veloursoptik an der Wand dahinter verlieh dem Ganzen eine gemütliche Note. Potenzielle Käufer sahen sofort: Hier kann ich Freunde einladen und Übernachtungsgäste unterbringen.
Letztes Jahr stand ich vor einem leeren Wohnzimmer in einer 58-Quadratmeter-Wohnung in Berlin-Neukölln. Die Eigentümerin hatte Panik, weil seit drei Monaten kein ernsthafter Käufer kam. Der Flur roch nach leerem Kühlschrank, die Fenster hatten keine Gardinen mehr. Ich brachte eine 220 Zentimeter lange Couch mit, deren Rückenpolster ich mit zwei verschiedenen Kissenfarben kombinierte. Auf dem Esstisch platzierte ich keine Kunstblumen, sondern eine offene Holzkiste mit Äpfeln und einer Kerze. Drei Tage später gab es das erste Angebot. Das ist Home Staging: Nicht lügen, sondern die beste Version des Raumes zeigen.
Natürlich hatte ich anfangs Bedenken, ob eine solche Kombination aus Sitzbank und Bett wirklich bequem sein kann. Meine Erfahrung hat mich eines Besseren belehrt. Die Sitzfläche besteht aus einem hochwertigen stelaz listwowy, der die Wirbelsäule gut stützt. Darauf liegt ein 16 cm materac piankowy, der sich perfekt an den Körper anschmiegt, ohne durchzuhängen. Wenn ich abends lese, setze ich mich mit einem Kissen im Rücken hin und fühle mich wie in einem Kinosessel. Die Matratze ist fest genug, um nicht einzusinken, aber weich genug, um auch mal ein Nickerchen zu machen. Meine Katze hat das schnell erkannt und liegt oft stundenlang auf dem Stoff, während ich daneben sitze und schmökere.
In vielen Wohnungen ist die Küche auch ein Ort, der abends anders genutzt wird. Wenn ich Freunde zum Essen einlade, wird aus der Arbeitszone schnell ein geselliger Treffpunkt. Hier hilft eine separate Stimmungsbeleuchtung, zum Beispiel mit einer Lichterkette über der offenen Regalzeile oder einer kleinen Stehlampe in der Ecke. Ich habe mir eine Lampe mit einem Stoffschirm in einem warmen Orange gekauft, die das Licht weich streut und den Raum gemütlich macht. Das Tolle ist, dass man diese Elemente leicht austauschen kann, je nach Jahreszeit oder Laune. Im Winter hänge ich oft eine Kette mit kleinen Glühbirnen auf, im Sommer reicht mir eine einzelne Kerze auf der Fensterbank. Die Küche wird so zu einem Raum, der sich den verschiedenen Bedürfnissen anpasst, ohne dass man gleich die Möbel umstellen muss.
Besonders knifflig wird es bei Dachgeschosswohnungen mit schrägen Wänden. Hier scheitern viele an der Möbelwahl. Ein normaler Bettrahmen passt nicht unter die Schräge, eine Kommode steht schief. Ich nutze dann ein Bett mit Lattenrost aus flexiblem Holz, das sich der Neigung anpasst. Darauf kommt eine 16 cm dicke Matratze aus Kaltschaum, die auch auf dem Boden funktioniert. Das wirkt nicht provisorisch, sondern wie eine durchdachte Lösung für den Raum. Die Käufer sehen, dass sie nicht auf Komfort verzichten müssen, nur weil die Decke niedriger ist.
In meiner Küche fehlte es an Arbeitsfläche und Stauraum. Statt einer teuren neuen Küche kaufte ich einen schmalen Rollwagen aus Bambus, der genau zwischen Herd und Kühlschrank passt. Darauf stehen nun Öl, Gewürze und mein Schneidebrett. Unten habe ich Körbe für Zwiebeln und Kartoffeln. Das war eine Investition von unter 50 Euro und hat die Arbeitsfläche verdoppelt. Dazu brachte ich an der freien Wand ein Magnetregal für Messer und Küchenutensilien an. Kein Bohren, nur starke Klebestreifen. Die Fliesen hinter dem Herd reinigte ich mit einem speziellen Reiniger und trug dann eine selbstklebende Spritzschutzfolie in Marmoroptik auf. Das kostete 15 Euro und sieht aus wie neu. Die ganze Küche wirkte danach wie aus einem Magazin, obwohl ich nur drei kleine Dinge geändert hatte.
Die Farbpsychologie spielt eine größere Rolle als die meisten denken. In einer Wohnung in Hamburg mit Nordausrichtung und wenig Tageslicht strich ich die Wände nicht weiß, sondern in einem warmen Sandton. Dazu stellte ich eine Couch mit weinroter Samtbezug und ein paar goldene Accessoires. Die Räume wirkten sofort einladender. Ein Fehler, den ich oft sehe: zu viele neutrale Farben aus Angst, Käufer zu verschrecken. Dabei sind es gerade die kleinen Farbtupfer, die Emotionen wecken. Ein türkises Kissen auf einem beigen Sofa, ein grüner Teppich unter dem Esstisch. Das bleibt im Gedächtnis.
Vielleicht denken Sie jetzt, dass gute Küchenbeleuchtung teuer sein muss. Das stimmt nicht unbedingt. Ich habe meine gesamte Beleuchtung für unter 150 Euro realisiert, inklusive der LED-Streifen und der Spots. Der Schlüssel liegt darin, sich vorher genau zu überlegen, welche Bereiche man ausleuchten möchte. Man muss nicht jeden Schrank beleuchten, aber die drei Hauptzonen sind ein Muss: die Arbeitsfläche, die Spüle und der Herd. Wer einen Esstisch in der Küche hat, sollte auch dort für eine angemessene Beleuchtung sorgen. Eine Pendelleuchte über dem Tisch schafft einen klaren Mittelpunkt. Achten Sie darauf, dass die Leuchte nicht zu klein ist – ein Durchmesser von etwa 40 Zentimetern ist für einen Standardtisch ideal. Mit einem Dimmer können Sie die Helligkeit dann anpassen, je nachdem, ob Sie essen oder arbeiten.