Wenn Wurzeln aus dem Topf wachsen: Zeit für ein Umtopfen

Z Mazovia

Beim Gießen gilt eine einfache Regel: erst dann Wasser geben, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Im Sommer kann das alle sieben bis zehn Tage der Fall sein, im Winter auch nur alle zwei bis drei Wochen. Staunässe ist der häufigste Grund für welke Blätter und braune Spitzen. Ein Topf mit Abflussloch und eine Untertasse, die nach dem Gießen geleert wird, verhindern, dass die Wurzeln faulen. Kalkhaltiges Wasser verträgt die Pflanze, doch weicheres Wasser oder abgestandenes Leitungswasser bekommt ihr besser.

Die wichtigste Funktion ist die Verarbeitung organischer Substanz. Regenwürmer fressen abgestorbene Blattreste, welke Pflanzenteile und feine Wurzelreste, die auf der Substratoberfläche liegen. Was sie ausscheiden, ist nährstoffreicher Humus. Dieser Humus enthält mehr verfügbaren Stickstoff, Phosphor und Kalium als das Ausgangsmaterial. In einem Topf, in dem sich ständig Blätter sammeln, kann das die Nährstoffversorgung verbessern. Allerdings nur, wenn genug Futter vorhanden ist – sonst fressen die Würmer an jungen Wurzeln.

Schädlinge treten selten auf. Gelegentlich zeigen sich Spinnmilben bei trockener Heizungsluft oder Schildläuse an den Blattachseln. Ein feuchter Lappen und regelmäßiges Abbrausen in der Dusche beugen vor. Wer die Grünlilie einmal im Monat unter warmem Wasser abspült, entfernt Staub und hält die Blätter gesund. Alte, vergilbte Blätter werden bodennah abgeschnitten, damit die Pflanze Energie in neues Wachstum steckt.

Ranker und Spreizklimmer brauchen andere Geometrie Ranker wie Weinreben oder Clematis bilden Ranken oder Blattstiele, die sich um dünne Stützen wickeln. Für sie eignen sich Gitter mit engen Maschen, Netze oder dünne Seile, an denen die Ranken Halt finden. Entscheidend ist ein geringer Abstand zwischen den Befestigungspunkten, damit die Pflanze nicht durchhängt. Spreizklimmer wie Kletterrosen oder Brombeeren stützen sich mit Dornen oder Stacheln auf waagerechten und schrägen Elementen ab. Sie benötigen stabile Rahmen, Querstreben und ausreichend Platz, weil sie nicht selbst klettern, sondern sich anlehnen. Wer hier ein filigranes Ranknetz verwendet, wird nach dem ersten Sturm gebrochene Triebe vorfinden.

Kletterpflanzen unterscheiden sich nicht nur in Blattform und Blüte, sondern vor allem in der Art, wie sie Halt suchen. Wer eine Rankhilfe kauft, bevor er den Klettertyp kennt, riskiert abgebrochene Triebe, abrutschende Pflanzen und jährliches Nachbinden. Selbstklimmer wie Efeu oder wilder Wein haften mit Haftwurzeln oder Haftscheiben direkt an der Wand und brauchen keine Konstruktion, solange der Untergrund rau und intakt ist. Sie sollten niemals an dünnen Drähten oder Seilen geführt werden, weil die Haftorgane dort keinen festen Kontakt finden. Bei ihnen ist eher darauf zu achten, dass Fassade und Putz nicht durch zu dichten Bewuchs dauerhaft feucht bleiben.

Licht, Temperatur und die Sache mit den braunen Spitzen Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne ist ideal. Morgensonne oder ein Nordfenster reichen völlig aus. Bei zu wenig Licht bleiben die Blätter schmal und die weißen Streifen verblassen. Steht die Grünlilie dagegen in praller Sommersonne, entstehen Verbrennungen in Form grauer Flecken. Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad sind optimal. Zugluft im Winter und Heizungsluft direkt über den Blättern führen zu trockenen Spitzen. Wer braune Blattspitzen abschneidet, sollte den Schnitt schräg und nicht zu tief ansetzen, damit die Blattadern nicht verletzt werden.

Wer Würmer im Topf behalten will, sollte auf mehrere Dinge achten. Erstens: maximal ein bis zwei Würmer pro Liter Substrat. Zweitens: organisches Material nur in kleinen Mengen an der Oberfläche, nicht eingegraben. Drittens: regelmäßig kontrollieren, ob das Substrat noch locker ist. Wenn die Erde nach einigen Wochen schmierig wird, riecht oder die Pflanze welkt, müssen die Würmer raus. Dann hilft es, den Topf zu tauchen oder die Erde vorsichtig zu durchsuchen. Zum Entfernen reicht ein heller Untersetzer mit feuchter Erde – die Tiere wandern oft von selbst hinein.

Die Wahl des Materials richtet sich nach dem Gewicht der Pflanze und der Lebensdauer der Konstruktion. Leichte Kräuter und einjährige Ranker kommen mit Schnüren und dünnen Stäben zurecht. Mehrjährige, stark wachsende Arten brauchen verzinkten Stahl, massives Holz oder stabile Seilsysteme mit Wandabstandshaltern. Ein häufiger Fehler ist die zu geringe Distanz zur Wand: Ohne Abstandshalter kann die Pflanze nicht dahinter greifen, Staunässe entsteht und Pilzkrankheiten breiten sich aus. Ebenso problematisch ist eine zu niedrige Rankhilfe. Wer nur bis zwei Meter plant, obwohl die Pflanze fünf Meter erreicht, muss im Sommer ständig nachbessern.

Vor dem Aufbau sollte der Klettertyp eindeutig bestimmt werden. Ein Blick auf die Triebe genügt meist: Haftwurzeln, windende Sprosse, Ranken oder Dornen. Danach richtet sich die Konstruktion. Bei Selbstklimmern reicht eine saubere Fläche, bei Schlingern ein senkrechtes Gerüst, bei Rankern ein engmaschiges Netz und bei Spreizklimmern ein stabiler Rahmen mit Querstreben. Wer diese Zuordnung ignoriert, verliert pro Saison mehrere Triebe und investiert mehr Zeit in Reparaturen als in die Pflege.