5 Wege, wie PCM-Möbel das Raumklima verbessern
Wer selbst aktiv werden möchte, findet im Handel spezielle PCM-Platten oder -Granulate, die sich in Hohlräume von Möbelstücken einsetzen lassen. Ein einfacher Einstieg ist die Nachrüstung eines vorhandenen Regals: Messen Sie die Fachböden aus und legen Sie eine dünne PCM-Matte auf die Rückwand oder unter die Bodenplatte. Wichtig ist, dass die Matte nicht komplett abgedeckt wird, denn sie benötigt Luftkontakt, um Wärme aufzunehmen. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf den Schmelzpunkt des Materials – für Wohnräume sind Werte zwischen 21 und 26 Grad Celsius ideal. Liegt der Schmelzpunkt zu hoch, arbeitet das Material nur im Hochsommer; liegt er zu niedrig, wird es im Winter nutzlos.
Kunststoffbänke sind der pragmatische Klassiker. Sie sind leicht, lassen sich mit einer Säge oder einem Cuttermesser auf Maß bringen und werden meist mit Clips oder Metallwinkeln befestigt. Der große Vorteil liegt in der Pflege: Sie sind feuchtigkeitsunempfindlich, benötigen keine Nachbehandlung und lassen sich mit einem feuchten Tuch reinigen. Achten Sie beim Einbau darauf, dass die Bank mit leichtem Gefälle nach innen montiert wird, damit anfallendes Kondenswasser nicht zum Fenster zurückläuft. Ein typischer Fehler ist das Verschrauben der Bank mit dem Rahmen – dies verhindert die notwendige Wärmeausdehnung und kann zu Spannungsrissen führen. Verwenden Sie stattdessen flexible Montagekleber.
So integrieren Sie PCM-Platten richtig in Ihre Möbel Der Einbau gelingt am besten bei der Planung neuer Möbel. Verwenden Sie spezielle PCM-Infused-Platten, die als Kern für Schrankrückwände, Regalböden oder Schreibtischplatten dienen. Achten Sie darauf, dass die Platten auf der Raumseite offen liegen – also nicht vollständig von einer geschlossenen Oberfläche verdeckt werden. Nur so kann die Wärme zirkulieren. Ein typischer Fehler ist das vollständige Einkleben in Schrankkorpusse: Die Wärmespeicherung wird dann wirkungslos.
Praktischer Tipp: Montieren Sie PCM-Platten an einer Innenwand, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. So laden sie sich tagsüber auf und geben die Wärme abends an den Raum ab. Für die Umsetzung genügen handelsübliche Möbelscharniere und -verbinder. Planen Sie aber eine Hinterlüftung von mindestens zwei Zentimetern ein, damit die Luft zirkulieren kann. Befestigen Sie die Platten nicht mit starkem Kleber, sondern mit mechanischen Verbindungen – das erleichtert den späteren Austausch.
Phasenwechselmaterialien (PCM) sind mikroskopisch kleine Wachskapseln, die in Holzwerkstoffe oder Putze integriert werden. Sie nutzen den physikalischen Effekt der latenten Wärme: Beim Erwärmen schmelzen sie und entziehen der Umgebung Energie, beim Abkühlen erstarren sie und geben diese wieder ab. In Möbeln eingesetzt, wirken sie wie unsichtbare Wärmespeicher, die Temperaturschwankungen glätten. Der Clou: Sie benötigen keine Stromzufuhr und arbeiten völlig wartungsfrei.
Ein typischer Fehler ist es, zu große Flächen auf einmal zu verfugen. Arbeiten Sie in Abschnitten von etwa einem Meter, damit die Masse nicht zu schnell antrocknet und Sie sie noch korrigieren können. Ein weiterer Fehler ist das Verwenden von Silikon als Ersatz für Fugenmasse – Silikon verklebt zwar gut, ist aber nicht diffusionsoffen und kann Feuchtigkeit im Mauerwerk einschließen, was langfristig zu Putzschäden führt. Wenn die Fuge später überstrichen werden soll, müssen Sie zudem darauf achten, dass die Fugenmasse überstreichbar ist – nicht alle Sanierfugen sind es.
Holz und Naturstein verlangen unterschiedliche Sorgfalt im Alltag Holz bringt Wärme in den Raum, ist aber anspruchsvoller. Massivholz wie Eiche oder Lärche muss vor dem Einbau allseitig versiegelt werden – auch die Unterseite, die später unsichtbar ist. Geschieht das nicht, zieht das Holz Feuchtigkeit aus der Wand und verzieht sich. Für die Versiegelung eignen sich spezielle Öle oder Lacke, die den Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit aushalten. Der Einbau erfolgt ähnlich wie bei Kunststoff, aber mit größeren Dehnungsfugen zu den Seitenwänden. Ein häufiger Fehler ist das Festklemmen des Holzes im Mauerwerk. Holz arbeitet ständig; ohne ausreichende Bewegungsfreiheit entstehen Risse im Lack oder im Holz selbst. Planen Sie zudem ein, dass die Oberfläche je nach Nutzung nach einigen Jahren nachbehandelt werden muss.
Die Dimensionierung hängt von der Raumgröße und der Wärmelast ab. Als Faustregel gilt: Eine Fläche von etwa zehn Prozent der Bodenfläche ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Zu viel PCM führt dazu, dass die Wärme nicht mehr vollständig abgegeben wird – der Effekt lässt nach. Zu wenig Material bringt kaum spürbare Verbesserung. Testen Sie die Wirkung mit einem Thermometer an der Wandoberfläche: Sie sollte sich tagsüber nicht mehr als drei Grad über der Raumtemperatur erwärmen. Ist es deutlich wärmer, erhöhen Sie die Fläche oder den Schmelzpunkt.
Die Wirkung entsteht durch den Phasenwechsel: Bei einer bestimmten Temperatur schmilzt das Material und bindet dabei große Wärmemengen, ohne dass die Luft wärmer wird. Sinkt die Temperatur unter diesen Schwellenwert, erstarrt es wieder und gibt die gespeicherte Wärme frei. Entscheidend ist, den Schmelzpunkt passend zum Raumklima zu wählen. Für Wohnräume eignen sich meist 21 bis 24 Grad Celsius. Liegt der Wert zu hoch, kühlt der Raum kaum; zu niedrig, wird die Wärme zu früh wieder abgegeben.